Die Säcke gefüllt

Zum Artikel "Eine Landesbank reicht" (TV vom 4. Januar):

Bravo, Herr Brüderle! Endlich einmal ein mutiger Politiker, der das leidige Thema der Vielzahl der Landesbanken anspricht. Unabhängig von den Aufgaben, die vor vielen Jahren sicherlich notwendig waren, hat die Mehrzahl der Landesbanken keine Existenzberechtigung mehr, wie einige Fusionen oder Auflösungen in manchen Bundesländern zeigen.

Sieht man die Milliarden-Zuschüsse für einige Landesbanken, dann muss doch die Frage der existenziellen Berechtigung dieser "öffentlich-rechtlichen" Institute erlaubt sein. Diese Unsummen wurden von den Steuern der Bürger bezahlt.

In diesem Zusammenhang sei auf den Vorsitzenden der CSU-Mittelstandsunion, Hans Michelbach, verwiesen, der erklärt hat, die Liberalen wären bisher in der Wirtschaftspolitik "blass" geblieben. Was, Herr Michelbach, hat denn die CSU in dieser Zeit vollbracht? Die Feststellung der Milliardenverluste der bayerischen Landesbank und die im Zusammenhang stehenden Finanzskandale, wobei sich - allerdings noch nicht bewiesen - einige führende Manager "die Säcke" gefüllt haben sollen. Ach wie peinlich.

Über dieses finanzielle Desaster sollten nicht nur große Reden gehalten werden, sondern auch Taten folgen, wie der Schaden ohne Aufwendung von Steuergeldern zumindest teilweise von den Profiteuren zu bezahlen ist. Auch die in diesem Boot sitzenden Aufsichtsgremien sollten einmal zur Rechenschaft gezogen werden. Wozu gibt es denn Aufsichtsräte? Wenn ein privater Unternehmer seinen Betrieb "an die Wand" fährt, ist nur er verantwortlich. Wenn dies bei "öffentlich-rechtlichen" Unternehmen passiert, muss der Steuerzahler ran. Warum?

Helmut Kreuder, Konz

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