Die Service-Wüste lässt grüßen

Die Service-Wüste lässt grüßen

Zu "Schaffner sind selten geworden" (TV vom 24. Juli):

Der Artikel macht deutlich, wie unverzichtbar Zugbegleiter sind. Dass immer weniger Schaffner eingesetzt werden, zeigt, wie rücksichtslos die Bahn gegenüber ihren Kunden, aber auch gegenüber ihrem Personal, das ständig um Arbeitsplätze bangen muss, verfährt. Und das alles, um Kosten zu sparen.

Die Service-Wüste Deutschland lässt grüßen. Das fängt bei den Schaltern auf den Bahnhöfen an, deren Öffnungszeiten immer mehr beschnitten werden (wenn sie überhaupt noch vorhanden sind). An manchen Haltepunkten gibt es keinen Fahrkartenautomaten, so dass, wer hier in den Zug steigt und beim Zugbegleiter eine Fahrkarte lösen will, dies nicht tun kann, weil keiner mitfährt. Und wenn dann doch einer zusteigt und kontrolliert, kommt man in Erklärungsnot, weil einem unter Umständen unterstellt wird, dass man schwarzfahren wolle. In jeden Zug gehört ein Zugbegleiter, nicht nur, weil dadurch Unglücksfälle verhindert werden können. Keine Überwachungskamera schützt Fahrgäste vor renitenten oder angetrunkenen Mitreisenden. Wenn immer weniger kontrolliert wird, ermuntert dies zum Schwarzfahren. Wie vor einiger Zeit im TV zu lesen war, nimmt die Bahn Schwarzfahrer in Kauf, weil die durch sie entstehenden Verluste immer noch geringer seien als die Kosten für Zugbegleiter. Dies ist eine menschenverachtende, verantwortungslose und zynische Politik, auch eine Frechheit gegenüber zahlenden Fahrgästen, denen hier einmal wieder bewiesen wird, dass der Ehrliche der Dumme ist.

Viel bedenklicher aber ist, dass Menschen dadurch in Versuchung geraten, unehrlich zu handeln, ja indirekt dazu ermuntert werden.

Magdalene Sixel, Bausendorf

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