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Katholische Kirche: Die Ungeduld der Frauen

Katholische Kirche : Die Ungeduld der Frauen

Zur Berichterstattung über die Ini­tiative Maria 2.0 schreibt Elisabeth Schander:

Offensichtlich hat die katholische Kirche immer noch nicht verstanden, dass sie mit dem beharrlichen Ausschluss der Frauen von Weiheämtern eine Botschaft vermittelt: Frauen sind von ihrer Natur her minderwertige Wesen und höherer Aufgaben in der Kirche nicht würdig.

Ich selbst gehöre noch der Frauengeneration an, die noch nicht einmal Messdienerinnen werden durften. Auf entsprechende Nachfrage erhielt ich damals die Erklärung: „Frauen haben im Altarraum nichts zu suchen!“

Heute, fast 50 Jahre später, durch die Aktion Maria 2.0 und die ignorante Reaktion von Bischof Ackermann, der die Aktion schlicht als „nicht hilfreich“ bezeichnet, schmerzlich daran erinnert, frage ich mich, was ich denn überhaupt in der katholischen Kirche noch zu suchen habe. Inzwischen gibt es zwar Messdienerinnen, es werden keine Frauen mehr auf Scheiterhaufen verbrannt, die Kirche hat die Tatsache anerkannt, dass die Erde keine Scheibe ist, sich die Sonne auch nicht um die Erde dreht, sondern umgekehrt,  und Papst Franziskus hat bereits im Jahr 2016 Maria Magdalena offiziell in den Stand einer Apostelin erhoben, was ja schon einem mittleren Erdbeben gleichkommt. An der entscheidenden Einstellung gegenüber Frauen hat sich dadurch aber wenig geändert. Wie lange wollen sich die katholischen Hierarchen denn noch beraten und sich das Recht herausnehmen auf unseren Seelen herumzutrampeln?

Dass Bischof Ackermann in diesem Zusammenhang von Ungeduld spricht, ist ein Witz. Ich unterstütze die Aktion Maria 2.0 aus ganzem Herzen und hoffe, dass das möglichst viele Frauen und fortschrittliche Männer auch tun.

Elisabeth Schander, Trier