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Fußball: Die Vereine nagen nicht am Hungertuch

Fußball : Die Vereine nagen nicht am Hungertuch

Zu unserem Artikel „Clubs sollen nicht für Polizeieinsätze zahlen“ (TV vom 14. Juni) meint Dieter Hardes, Trier:

Die Vereine erzielen jährliche Umsätze von mehreren Milliarden Euro. In den Stadien haben sie für die Sicherheit Tausender Besucher  zu sorgen. Gleichwohl kommt es immer wieder zu Randalen und gefährlichen Pyro-Feuermitteln. Auch im Vorfeld der Stadien kommt es häufig zu Auseinandersetzungen zwischen den gegnerischen „Fans“ der Vereine. Hierfür stehen Polizeikräfte bereit, die für Sicherheit und Ordnung sorgen müssen. Der Aufwand des Staates ist immens: ca. 2,4 Millionen Einsatzstunden der Polizei, gleichbedeutend mit 136 Millionen Euro Personalkosten plus Kosten für Transport und Unterbringung.

Eine Mehrheit der Innenminister hat kürzlich eine Beteiligung der Bundesligavereine an den Kosten erneut abgelehnt. Herr Seehofer wird zitiert: „Die Menschen zahlen Steuern, und da haben sie … einen Anspruch darauf, dass der Staat ihre Sicherheit gewährleistet“. Der Minister kennt offenbar die finanzielle Bedeutung von Steuern nicht. Es handelt sich um Zahlungen der Bürger ohne Anspruch auf bestimmte Gegenleistungen.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende März entschieden, dass die Beteiligung der Vereine an den Kosten des Polizeieinsatzes bei Risikospielen rechtens sei. Gleichwohl gaben sich die Bundesligavereine nicht zufrieden, sie prüfen die Möglichkeit, das Bundesverfassungsgericht anzurufen. Das höchste Gericht wird den Vereinen kaum nachgeben.

Die Bundesligavereine müssen nicht am Hungertuch nagen. Sie erzielen vielmehr jährliche Umsätze von mehreren Milliarden Euro. Das heißt, diese benötigen keine Subventionen vom Steuerzahler. Diese sind nicht rational zu begründen und nicht einzusehen.