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leserbriefe
Die wahren Gründe

Zum Artikel für Kinder: „Die Wikinger wollen auf die Welterbe-Liste“ (TV vom 25. Juni) schreibt Nikolaus Prüm:

Wenn man den Kindern schon etwas über die Welterbe-Idee erzählen will, muss man ihnen auch die wahren Gründe mitteilen und nicht so Sätze von sich geben wie: „In vielen Ländern wünschen sich Menschen, das etwas aus ihrer Umgebung Welterbe wird.“

Nach den verheerenden Zerstörungen in den Weltkriegen haben sich die Länder, die zur Unesco gehörten, verpflichtet, in einem eventuellen zukünftigen Krieg die Gebäude und Landschaften, die auf der Welt einzigartig und schützenswert sind, nicht zu zerstören und darauf zu achten, dass sie den Krieg unbeschadet überstehen. Dass davon auch der Tourismus profitiert, ist eine unbeabsichtigte zufällige Nebenwirkung.

Wenn man einen zukünftigen Krieg überleben will, begebe man sich also in ein Welterbe, am besten nach Trier, wo es davon gleich acht Stück gibt, eine Konzentration wie nirgendwo sonst auf der Welt. Ein Eingeborener hat mir einmal versichert, dass in Trier alles zehn Jahre später passiert als im Rest der Welt. Wenn der Weltuntergang droht, geh nach Trier, dann hast du noch zehn Jahre.

Nikolaus Prüm, Kleinich