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Politik: Druck, Druck, Druck

Politik : Druck, Druck, Druck

Zu den Artikeln „Merkel bleibt beim Waffenstopp für Riad“ und „Die Sorge vor einer Eskalation am Golf wächst weiter“ sowie zum Kommentar „Klare und richtige Ansage“ (TV vom 18. September) schreibt Robert Seidenath:

Sich behaglich zurückzulehnen und entspannt zuzuschauen, wie zwei Schurkenstaaten, Iran und Saudi-Arabien, sich bekriegen, wäre sicher die falsche Reaktion auf die Luftangriffe auf die saudische Ölraffinerie von Abqaiq. Dazu ist die Situation viel zu gefährlich.

Es ist völlig richtig, Saudi-Arabien weiterhin keine Waffen zu liefern – ein Ölimportstopp aber wäre sicher noch wirkungsvoller; das Gleiche gilt für die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls auf saudischer Seite am grausamen Bürgerkrieg im Jemen beteiligt sind.

Und was ist mit dem Iran? Der unterstützt schließlich die Huthi-Rebellen und kämpft sogar mit eigenen Truppen im Jemen, und zumindest die Waffen für die Angriffe in Saudi-Arabien kamen aus dem Iran – sehr wahrscheinlich wurden die Angriffe von iranischen Truppen, möglicherweise sogar von iranischem Territorium aus geführt.

Da die EU-Staaten dem Iran zum Glück noch keine Waffen liefern, ist hier also kein Rüstungsexport­stopp möglich. Anders sieht es mit einem allgemeinen Export- und Importstopp gegen den Iran aus. Der könnte den Druck auf die iranische Klerikaldiktatur auch hinsichtlich ihrer Beteiligung am jemenitischen Bürgerkrieg verstärken und so eine politische Lösung, auch mit Beteiligung der Uno, auf den Weg bringen und damit vielleicht sogar einen drohenden Krieg zwischen den USA, Saudi-Arabien und den VAE auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite verhindern.

Robert Seidenath, Gusterath