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Katholische Kirche: Dümmliches Geschmiere

Katholische Kirche : Dümmliches Geschmiere

Zum Leserbrief „Eine Dummheit nach der anderen“ (TV vom 20./21. Februar) schreiben Johannes Friedrich Werling und Werner Weber:

Trefflicher als mit dieser Überschrift hätte Reimund Weichsel seine polemischen und zum Teil niveaulosen Ausführungen nicht bewerten können.

Der Leserbrief lässt jede durchaus berechtigte sachliche Kritik vermissen. In einem historisch äußerst fragwürdigen Rundumschlag werden der katholischen Kirche sämtliche Gräueltaten der neuzeitlichen europäischen Vergangenheit angelastet, pauschalierend der „Priesterschaft“ alle „Schweinereien [...] an kleinen Kindern“ zugeschrieben und die Institution der Vertuschung und Lüge bezichtigt.

Herr Weichsel will nicht zur Kenntnis nehmen, dass die härteste Kritik an der Haltung von Kardinal Woelki aus den Reihen der eigenen Kirche kommt und dass diese Institution bei allen Fehlern und Schwächen bisher fast die einzige ist, die sich mit den schändlichen Verbrechen einiger ihrer leitenden Mitglieder an Kindern und Jugendlichen auseinandersetzt, während andere Institutionen und Verbände geradezu abtauchen. Der einseitige Verweis auf die Negativseite der katholischen Kirche lässt völlig außer Acht, was diese Institution an kulturellen und sozialen Diensten in unserem Land und weltweit erbracht hat und noch erbringt.

Herr Weichsel nimmt auch bewusst nicht zur Kenntnis, was viele Mitglieder der katholischen Kirche, auch Priester und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, tagtäglich in den Gemeinden zum Wohle der Allgemeinheit leisten.

Sein sogenanntes Fazit „schreit zum Himmel“, (wie er selbst schreibt). Es liegt, Gott sei Dank, nicht in seiner Macht, diese Institution abzuschaffen. Er sollte lieber seine unsachliche und diffamierende Art der Kritik abschaffen. Mit einer sachlichen Kritik wäre dem Anliegen aller mehr gedient. 

Johannes Friedrich Werling, Traben-Trarbach

„Eine Dummheit nach der anderen“, so urteilt der Leserbriefschreiber über die katholische Kirche im allgemeinen und im besonderen über die Vorgänge in Köln. Sicherlich beschämt auch mich der Umgang der Kirchen mit den Missbrauchsfällen, auch ich frage mich: Wie konnte das alles geschehen? Mir ist nicht bekannt, ob Reimund Weichsel sich als Betroffener äußert oder ob er nur einen Anlass sieht, mit jeglichem Christentum im Allgemeinen abzurechnen. Man kann ja sicherlich über vieles anderer Meinung sein, aber die vielen Menschen, die in ihrem Glauben, und das in allen Weltreligionen, verankert sind, mit derartigem dümmlichen Schmutz zu bewerfen, ist äußert primitiv. Ich als gläubiger Angehöriger der katholischen Kirche werde mich nicht herablassen, mit derartigen Anfeindungen auf die selbe Weise zu antworten. Nur das eine möchte ich bemerken: Heilige sind für uns Christen Vorbilder. Wenn Herr Weichsel den Schwanz des Esels oder des Teufels anbeten möchte, so sei es ihm freigestellt, diese mögen ihm in seiner Zerrissenheit beistehen.

Sicherlich wäre es angebracht, wenn sich der TV für das Abdrucken dieses Geschmieres bei seinen Lesern entschuldigen würde, die dieses ja noch mit finanzieren.

Werner Weber, Eisenach