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Tiere: Ein bisschen mehr Kreativität, bitte!

Tiere : Ein bisschen mehr Kreativität, bitte!

Zum Artikel „So will Ministerin Höfken die Eifel vor Wolf Billy schützen“ (TV vom 22. September) schreibt Toni Loscheider:

Wenn die Ministerin das tun will, sollte sie sich dafür einsetzen, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird, wie jedes andere Wildtier auch. Somit wäre der Ruf zur „Entnahme“ von besorgten Nutztierhaltern legal und kein Rechtsbruch. Ich meine, dass der Wolf einwandert, kann man kaum verhindern, und die Bejagung würde ihn ja nicht ausrotten. Aber wenn jetzt schon ein einzelnes Exemplar in unmittelbarer Nähe zum Menschen Nutztiere reißt, wie sieht es aus, wenn ein bekannter Eifeler Revierförster und Autor Recht behält, dass die derzeitige Wolfspopulation von circa 900 Exemplaren jährlich um 25 Prozent wächst?

Dass sogar stark bejagtes Wild wie Wildschweine zur Landplage wird, sollte zu denken geben. Der Wildbestand gehört durch die Jagd geregelt. Im Übrigen bin ich sicher: Die angestrebte Co-Existenz von Wolf und Nutztieren wird nur dann kein größeres Problem werden, wenn man einem Raubtier dieser Größe schon jetzt seine Grenzen aufzeigt!

Der Aufwand für Elektrozäune und spezielle Hirtenhunde ist für die Nutztierhalter sehr groß. Es wäre besser, Zeit, Geld und Arbeit in etwas zu investieren, was sie voranbringt und nicht zurückwirft.

Fazit: Nutztiere sollten vorrangig von der Politik geschützt werden. Was ist denn bisher geschehen? Ein großes Raubtier steht unter strengerem Schutz und Hobby-Tierhalter und Jäger sind mit den Folgen konfrontiert. Mit ein bisschen mehr Kreativität und Pragmatismus hätte die Regierung, oder wer auch immer dafür zuständig ist, längst eine tragfähigere Lösung gefunden.

Toni Loscheider, Hütterscheid