Politik: Ein Marshallplan für Migration muss her!

Politik : Ein Marshallplan für Migration muss her!

Zur Berichterstattung über Flüchtlinge und den Streit um deutsche Seenotretter wie Carola Rackete schreiben Friedhelm Enser und Hermann Mezger:

Statt sich über die Gründe der Flucht aus den Herkunftsländern (keine Demokratie, Arbeitslosigkeit, Zugang zu frischem Wasser) Gedanken zu machen, kümmert sich Bundesinnenminister Horst Seehofer um innere Angelegenheiten Italiens. Dass sich sein Amtskollege Matteo Salvini dagegen wehrt, ist doch völlig normal. Dass die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt, ist das Resultat europäischen Versagens in der Außenpolitik. Wichtiger ist offensichtlich das Postengeschachere in Brüssel.

Friedhelm Enser, Trier

Zu Recht nimmt das Thema Flüchtlinge im TV täglich einen breiten Platz ein, wenn auch meist nur über die ankommenden oder über die auf der Flucht befindlichen Menschen berichtet wird. 70 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Der überwiegende Fluchtgrund ist die Perspektivlosigkeit, ausgelöst durch fehlenden Wohlstand. Wohlstand entsteht durch Bildung. Man hat es seit Jahrzehnten versäumt, Schulen und Universitäten zu bauen. Hier muss der Hebel angesetzt werden, auch wenn die Früchte erst in Jahren geerntet werden können. In der Zwischenzeit sind die arbeitslosen Massen mit Infrastrukturprojekten zu beschäftigen, unter Aufsicht der UN, der Vereinigung amerikanischer oder afrikanischer Staaten. Arbeit gibt es genug, man denke nur an Wasserversorgung, Schulen, Krankenhäuser. Ein Marshall-Plan muss her, sonst reden wir in den nächsten Jahrzehnten über nichts anderes mehr als über Flüchtlinge.

Hermann Mezger, Prüm