Luftfahrt: Ein Ticketpreis von 9,90 Euro ist unanständig

Luftfahrt : Ein Ticketpreis von 9,90 Euro ist unanständig

Zu unserem Artikel „Kanzlerin Merkel stützt die deutsche Luftfahrt“ (TV vom 22. August) schreibt Dieter Schilling, Kenn:

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in Leipzig vor Mitarbeitern der DHL (Paket/Postdienste rund um die Welt) zu den Anforderungen der Luftverkehrsbranche. Wir wollen alle die klimaschädlichen Emissionen reduzieren, auch bereits vor dem Aufruf „Fridays for Future“.

Die bestehende Luftverkehrssteuer von etwa einer Milliarde Euro ist ein guter Ansatz, in die Luftfahrttechnologien zu investieren. Da sie keiner Zweckbindung unterliegt, weiß niemand, was damit geschieht.

Eine höhere Ticketsteuer wäre nicht der richtige Ansatz, den Klimaschutz zu verbessern. Stellt eine Airline einen ihren Slots ein, ist sofort die nächste Airline da, den freien Raum einzunehmen (siehe die  Insolvenz von Air Berlin in jüngster Vergangenheit). Das Luftfahrtbundesamt ist hier gefordert, den Luftraum über Deutschland optimal zu organisieren. Das ist auch ein Beitrag zur CO2-Reduzierung.

Ein Ticketpreis von 9,90 Euro ist doch unanständig, wenn für diese Entfernung die Bahn genutzt werden kann. Natürlich ist dabei auch der Faktor Zeit entscheidend. Die Bahn hat in der Vergangenheit wenig dazu beigetragen, CO2 zu reduzieren. Unrentable Strecken hat sie nicht attraktiv modernisiert.

Jede politische Änderung darf nicht zu Lasten der Beschäftigen erfolgen. Wird der Luftverkehr reduziert, werden auch die Zubringer zu manchen Seehäfen weniger. Da sind die Reedereien für Kreuzfahrtschiffe angesprochen. Bei allen Deals entscheidet der finanzielle Gewinn (DAX).

Ein großer Verbraucher von Treibstoff ist die militärische Luftfahrt (U.S. Airforce) mit ihren Trainingsflügen. Für die Kriegseinsätze im Nahen Osten trainiert Amerika seine Piloten unter anderem in Europa, auch in Deutschland.

Auch die Versorgung geschieht per Flugzeug. Für einen Transatlantikflug werden  70 bis 90 Tonnen Kerosin je nach Größe des Flugzeuges benötigt.

Es ist dringend notwendig, über klimafreundliche und alternative Antriebe nachzudenken.