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Ihre Meinung
Ein unverständliches Ansinnen

Windkraft

Zum Artikel „Bröckelnde Mauern in steiler Lage“ (TV vom 23./24. August) erhielten wir folgende Lesermeinung:

Der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbands, Walter Clüsserath, macht keinen Hehl aus seiner Auffassung, das vom Moseltal aus keine Windkraftanlagen sichtbar sein sollten. Um so unverständlicher ist dann sein Ansinnen, von dem Geld dieser Windkraftanlagen profitieren zu wollen. Es ist korrekt, diese „Windkraftersatzgelder“ wieder in den Gemeinden einzusetzen, die von den Windkraftanlagen belastet sind. Es ist ein Unding, Windkraftanlagen vor der eigenen Haustür vehement auszuschließen, aber dann Geld hieraus vereinnahmen zu wollen.

Der ökologische Nutzen der Trockenmauern ist unbestritten. Sie sind deshalb in einem so desolaten Zustand, weil sich die Eigentümer der Parzellen Jahrzehnte nicht um sie gekümmert haben. Trockenmauern müssen jedoch ständig unterhalten und gepflegt werden. Ausbrechende Steine müssen zeitnah wieder eingesetzt werden, ansonsten ist eine schnell fortschreitende Erosion die Folge.

Es ist technisch relativ einfach, ein vermörteltes Mauerwerk aus Natursteinen instandzusetzen und dadurch Jahrzehnte in seinem Bestand zu sichern. Bei der Sanierung von Trockenmauerwerk ist der Aufwand ungleich größer und insbesondere bei schlechter Zugänglichkeit sind hier enorme Kosten zu erwarten.

Oft bleiben nur der Rückbau und die Neuerstellung. Jedoch ist auch dieser Aufwand ziemlich vergebens, wenn dann erneut eine Pflege und Wartung unterbleibt.

Hans-Josef Otter (BIS Engineering GmbH), Wittlich