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Bildung: Ein wahrer Segen

Bildung : Ein wahrer Segen

Zum Kommentar „Die Kleinstaaterei bei der Bildung hat keine Zukunft“ (TV vom 3. September) schreibt Norbert Hinske:

Dem Leitartikel von Ralf Müller möchte ich aufs Schärfste widersprechen. Der Föderalismus ist für unser Bildungssystem ein wahrer Segen. Bayern ist fast das einzige Bundesland, das den Niveauverlust in den Geisteswissenschaften noch aufhält. In meiner Schulzeit, long long ago, war es noch selbstverständlich, dass man fünf Fremdsprachen lernte (Lateinisch, Griechisch, Englisch, Französisch und Hebräisch). Bei der Habilitation im Fach Philosophie waren Lateinisch, Griechisch und Französisch unabdingbare Voraussetzungen. Heute ist von alledem kaum mehr als Englisch geblieben. Selbst Geistliche können den Text, über den sie predigen sollen, nicht mehr im Original lesen. Meine Übersetzungen von Kants lateinischen Schriften gelten (leider!) fast schon als klassische Texte (obwohl ich heute manches sehr viel flüssiger übersetzen würde).

Daher ist der Föderalismus ein wahrer Segen. Wer nach Bayern umzieht, merkt wenigstens dann, wie es in seinem früheren Bundesland bestellt war. Seine Kinder werden es ihm später einmal danken. Übrigens: Den Föderalismus hat in Deutschland ein Ausländer namens Hitler abgeschafft.

Norbert Hinske, Trier