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Gesundheit: Eine absolute Farce

Gesundheit : Eine absolute Farce

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie und die Impf-Kampagne schreiben Jürgen Schmidt, Barbara Wünsch-Schirmer und Hans-Georg Becker:

Inzidenz – der Wert mit einer Unbekannten. Dass sich Politik und Sach- beziehungsweise Fachverstand nicht auf einer Ebene treffen, zeigen unzählige Beispiele. Hinsichtlich des Inzidenzwertes jedoch ist mir kein Fall bekannt, der so instrumentalisiert und missbraucht wird.

Zur Inzidenz sind drei Werte von Bedeutung: die Zahl 100 000 Personen, die Neuerkrankungen innerhalb von sieben Tagen sowie die Anzahl der Tests. Fehlt also ein Wert. Den gibt es in unserer komplett bürokratisierten Welt schlichtweg nicht, da es bis auf wenige Ausnahmen überhaupt keine Erhebungen gibt.

Somit bleibt der Wert x immer konstant, und es wird bei steigenden Infektionen überhaupt nicht auf die Testanzahl eingegangen. Die Berechnung müssten berücksichtigen: sieben Tage konstant, Zu-/Abnahme der Infizierten, Zu-/Abnahme der Tests (nachgewiesenen, keine Home-Tests).

Enttäuschend allerdings, dass neben den (ahnungslosen) Politikern auch von der Ärzteschaft sehr wenig zu diesem Thema kommt.

Jürgen Schmidt (69), Rentner, Morbach

Mit immer größer werdendem Unmut verfolge ich die unselige Vorgehensweise. Ich gehöre gewiss nicht zu den sogenannten Querdenkern oder Corona-Verweigerern, aber langsam reißt der Geduldsfaden bezüglich der Entscheidungen unserer Landesregierung, die, frisch gewählt, fröhlich mit ernsthafter Miene den Corona-Wahnsinn weiter betreibt.

Demokratisch gewählt, zwang sie uns diktatorisch zu Spezial-Maskenkauf und jetzt auch noch zum Kauf von Corona-Schnelltests. Da freut man sich, die heimische Außengastronomie unterstützen zu können, und schon kommt die nächste Zwangsmaßnahme, dass man dort nur mit negativem Test zugelassen ist.

Im Messepark Trier dürfen zu kostenlosen Schnelltests nur Trierer erscheinen. Das Testzentrum für Nicht-Trierer in der Loebstrasse hat nicht immer geöffnet. Man kann natürlich auch nach Saarburg fahren, um sich testen zu lassen, nach Schweich, Zerf, Hermeskeil oder Timbuktu, nur um vor dem Dom ein Glas Riesling trinken zu dürfen.

Da steckt wohl wieder einmal die Idee dahinter, dass jetzt jeder, der sich ein wenig Normalität wünscht, sofort Laien-Schnelltests kauft oder sich für viel Geld bei der Gastronomie testen lässt. So kann man die am Boden liegende Gastronomie auch nicht retten.

Kaum waren Gastronomie und Hotellerie geschlossen, stiegen die Corona-Infektionen. Tatsache ist weiterhin, dass mit dem teuren Maskenzwang die Corona-Infektionen nicht gesunken sind.

Tatsache ist, dass Gastronomie und Hotellerie seit dem ersten Lockdown alles getan haben, um eine sichere Umgebung für ihre Gäste zu gewährleisten. Tatsache ist, dass diese Betriebe seit fast fünf Monaten geschlossen und somit dem Untergang geweiht sind.

Mir fehlen die Worte, dass Mallorca freigegeben wird, wir aber für die Außengastronomie im eigenen Land einen negativen Test vorweisen müssen.

Diese „neue Normalität“ ist eine absolute Farce. Sie fördert das Sterben vieler Betriebe, seien es Gastronomen, Hoteliers, kleine Läden, Veranstalter erst richtig.

Barbara Wünsch-Schirmer, Waldrach

Auch wenn Versäumtes durch Kritik nicht aufzuholen ist, sehe ich Veranlassung festzustellen, dass es in Sachen Impstoffmenge konkrete Verantwortliche für das Versäumte gibt; diese Verantwortlichen sind für mich die zuständigen politischen Ressortleiter in der Bundesregierung. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Das ist zum einen der Minister für Gesundheit und zum andern der Minister für Finanzen. Ich gehe von dem Szenario aus, dass es die Aufgabe des Gesundheitsministers war und ist, den Bedarf für den Impfstoff zu disponieren, und in der aktuellen Situation die dringendste Aufgabe des Finanzministers, die Mittel bereitzustellen. Da wird eben mal nicht das neue Gewehr für die Bundeswehr budgetiert, sondern die Waffe gegen ein Virus, das uns umzingelt hat. Vielleicht hat der Gesundheitsminister den Bedarf richtig ermittelt, aber dem Finanzminister war der freizugebende Geldbetrag zu hoch? Zwei Männer, zwei Parteien, aber ein gemeinsames Desaster. Wie auch immer: Diese beiden Minister haben unprofessionell agiert. Na, ja, und die Chefin .... Dazu fällt mir nichts Entschuldigendes ein, außer: Auch der Herbst hat seine schönen Tage ...

Hans-Georg Becker, Schweich