| 14:41 Uhr

leserbriefe
Eine Nummer zu groß

Zum Artikel „Deutschland-Tour-Chef: Trier hat gute Argumente geliefert“ (TV vom 28. August) und weiteren Berichten zum Thema schreibt Konrad Theis:

Nach langen Jahren wurde wieder eine Deutschland-Tour der Radprofis mit Trier als Etappenort veranstaltet. Das Ereignis fand großes Publikums- und Medieninteresse: Viele Zuschauer aus nah und fern zog es in die Region Trier.

Der Organisator der Deutschland-Tour und die Verantwortlichen der Stadt Trier waren hochzufrieden. Der Chef der Tour lobte die Stadt und hat ihr Mut gemacht zu einer Bewerbung für das Weltereignis „Tour de France“, gegebenenfalls als Etappenziel oder Durchfahrt-Stadt.

Hier ist Vorsicht vonseiten der Stadt Trier geboten! Denn so ein Event ist nicht zum Nulltarif zu bekommen.

Ehe man eine ernsthafte Bewerbung abgibt, sollten die Zahlen der finanziellen Belastung für die Stadt  aufgelistet und veröffentlicht werden und die Bewohner befragt werden. Erinnert sei an Düsseldorf als Startstadt und erstem Zeitfahren der Tour de France 2017. Hier musste die Stadt laut Medienberichten ein Antrittsgeld in zweistelliger Millionenhöhe an den Veranstalter zahlen.

Es ist fraglich, ob die Stadt Trier der Bevölkerung Ausgaben im hohen einstelligen oder sogar zweistelligen Millionenbereich für eine derartige Veranstaltung angesichts der angespannten Haushaltslage vermitteln kann. Anders wäre die Lage, wenn sich Sponsoren und Gönner in erheblichem Umfang an den Kosten des Antrittsgeldes beteiligten.

Falls nicht: Es gibt in der Stadt Trier noch viele andere Events und weitere Aufgaben, die zu finanzieren sind. Die Tour de France ist eine andere Liga!

Konrad Theis, Trier