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Politik: Eine Schande für Europa

Politik : Eine Schande für Europa

Zur Berichterstattung über die Eskalation im Syrien-Krieg und die Lage der Flüchtlinge schreibt Peter Schabowski:

Erschöpfte Flüchtlingsfamilien mit Kleinkindern werden mit Tränengas und Wasserwerfern an der türkisch-griechischen Grenze beschossen, und ganz Europa schaut regungslos zu. Die EU-Spitze hat dazu nur zu sagen: Wir lassen uns vom türkischen Präsidenten nicht erpressen. Mehr fällt ihr zu diesem Flüchtlingsdrama nicht ein? Das nenne ich eine riesengroße Schweinerei.

Zeitgleich liegen diese Menschen mit ihren Kindern seit Tagen und Nächten ungeschützt im Freien ohne medizinische Versorgung und ohne Lebensmittel! Aber das interessiert weder den türkischen Präsidenten noch die EU.

Es war doch schon jahrelang absehbar, um was es Recep Tayyip Erdogan bei diesem Deal ging, um Geld und Waffenlieferungen.

Weder die EU noch die deutschen Politiker sollten von dieser Reaktion des türkischen Präsidenten überrascht sein, er war nie und er wird nie ein zuverlässiger „Partner“ der EU sein.

Die EU hat die jetzige Situation durch ihr bisheriges Verhalten des stillschweigenden Aussitzens selber herbeigeführt. Erdogan bricht alle bisherigen Zusagen und Vereinbarungen, wie es von ihm nicht anders zu erwarten war.

Die Naivität unserer Bundeskanzlerin, seinen Forderungen nach mehr Geld und militärischer Unterstützung nachzukommen, um die Flüchtlinge fernzuhalten, grenzt schon an Verantwortungslosigkeit. So wird das Flüchtlingsdrama niemals gelöst.

Es gibt nur einen einzigen Weg: Die Europäische Union muss eine Aufteilung aller Flüchtlinge auf alle angeschlossenen Länder ermöglichen, alles andere ist zum Scheitern verurteilt.

Derweil liegen die Familien weiterhin im Freien und sich selbst überlassen. Eine Schande für alle Menschen in Europa, die dieses Elend kommentarlos ignorieren.

Peter Schabowski, Trier Ehrang