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Katholische Kirche: Eine Sünde, eine Schande

Katholische Kirche : Eine Sünde, eine Schande

Zum Artikel „Trierer Bischof hält trotz Großdemo an Reformplänen fest“ (TV vom 22. Oktober) schreiben Erich Marx und Josef Berens:

Als die Väter des Grundgesetzes mit Artikel 137, Abs. 3 die Verwaltung ihrer Angelegenheiten in die Hände der Religionsgemeinschaften legten, ahnten sie wohl nicht, dass ein Bischof dieses Recht in dreister und schamloser Weise ausnutzt.

Wie bereits in meinem Leserbrief vom 25. Oktober 2017 beschrieben, hat Bischof Ackermann damit die Berechtigung, die Kirchengemeinden vor Ort aufzulösen und sich vom bisherigen Verwalter zum neuen Eigentümer der Vermögen ebendieser Kirchengemeinden zu machen. Wenn dann, wie am Samstag vor einer Woche geschehen, Bischof Ackermann die Demonstranten vor dem Dom „... mal mit amüsiertem Blick“, quasi belustigt, betrachtet, zeugt das von der geistigen Haltung dieses Herrn.

So geht man nicht mit den Ängsten und Sorgen von Menschen um, die zu Recht nicht wie Kindergartenkinder behandelt werden möchten.

Erich Marx, Lorscheid

Obwohl der Priestermangel wächst, dürfte das kein plausibler Grund dafür sein, jahrhundertealte Pfarreien einfach zu entsorgen. Alle bisherigen Pfarreien könnten doch problemlos, auch ohne eigene Priester, weiter bestehen bleiben und selbstständig im Sinne von Jesus und Evangelium wirken.  Vielleicht würden sie, ohne eigene Priester und in mehr oder weniger Eigenverantwortung und Selbstständigkeit, sogar viel aktiver und lebendiger werden.

Jesus selbst hat überhaupt kein Priestertum eingesetzt. Und wenn man dem international geachteten Bibelwissenschaftler und Theologen Herbert Haag glauben kann, hat Jesus auch gar keine Priester gewollt.

Die christlichen Gemeinden der Urkirche haben über Jahrhunderte keine Priester gehabt und offenbar auch keine gebraucht. Warum sollte das denn jetzt nicht auch noch und wieder möglich sein? In jeder Pfarrei gäbe es sicherlich die eine oder andere geeignete Person, die da eine leitende Funktion übernehmen könnte und würde.

So dürfte es eine Sünde und eine Schande sein, traditionelle Pfarreien aufzulösen, die problemlos in Selbstverwaltung und eigenverantwortlich weiter bestehen könnten, denn einmal aufgelöst, dürften diese für alle Zeit verschwinden.

Das derzeitige bischöfliche Bestreben scheint also rein willkürlich und unendlich seelsorge- und glaubwürdigkeitsschädlich machtpolitischen Interessen zu dienen und vor allem auch das von frommen Katholiken gespendete Vermögen und Geld der betreffenden jahrhundertealten Pfarreien im Auge zu haben.

Josef Berens, Rommersheim