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Politik
Einspruch!

Zum Artikel „Die SPD gegen Sarrazin – Folge 3“ und zum Kommentar „Zurück in die Schlagzeilen“ (TV vom 18. Dezember) Von Ingrid Wecker, Konz

Der Kommentar von Werner Kolhoff, in dem er Thilo Sarrazin einzig als eitlen islamophoben Rassisten darstellt, kann nicht unwidersprochen bleiben. Dieser Mann hat sicherlich auch noch andere Eigenschaften. Da wäre zum Beispiel, dass er sich stets äußerst akribisch mit den Themen befasst, zu denen er sich äußert oder zu denen er schreibt. Die Fußnoten und Quellenhinweise in seinen Büchern sprechen dazu eine eindeutige Sprache. Diese akribische Vorbereitung, Recherche und Information  gehört indes heutzutage leider bei vielen Journalisten nicht mehr zum Handwerk. Und Thilo Sarrazin ist beileibe nicht der arme Verirrte, der nur so dahinschwadroniert. Der hat mehr auf dem Kasten, und man täte gut daran ihn ernstzunehmen. Auch zum Thema Migration im Übrigen.

Man muss Herrn Sarrazin nicht unbedingt mögen, und sicher schießt er auf oft weit übers Ziel hinaus mit einigen seiner Thesen, aber in vielen Punkten, vor allem zum Thema Islam, hat dieser Mann – leider –  recht. Ihn für seine Islamkritik an den Pranger zu stellen und als islamophob zu bezeichnen, ist allerdings journalistischer und politischer Mainstream, betrifft andere Islamkritiker leider genauso. Dieser Mainstream ist genauso naiv wie unwissend wie unreflektiert. Und auch die SPD täte gut daran, sich besser eingehend mit dem Thema Islam und „feindliche Übernahme“  zu beschäftigen, bevor sie zum wiederholten Mal versucht, Sarrazin aus ihren Reihen zu verbannen. Das ist einfach nur dümmlich! Ban sollte ihm besser zuhören!

Jeder, der willens ist, kann sich informieren über den politischen Islam und die Muslimbruderschaft, dem Hauptvertreter dieser Ideologie. Jeder moderate Muslim, der nicht versucht, jeden Nicht-Muslim in seiner Umgebung zu missionieren und ihn dem Islam zu unterwerfen (und genau das bedeutet das Wort Islam, Unterwerfung), der die Verfassung, Menschenrechte und Frauenrechte achtet, kann hier seine Religion stets und überall ausüben. Aber dem politischen Islam mit all seinen Facetten ist genauso überall und jederzeit massiv die Stirn zu bieten. Denn der hat mit freiheitlichen Werten nichts zu tun. Und dieser politische Islam ist ungleich gefährlicher weil tausendmal subversiver und intelligenter und organisierter als zum Beispiel die versammelte Salafisten-Mischpoke, um die immer soviel Wind gemacht wird. Das sind meist tatsächlich arme Verirrte …

Wem die tatsächliche Gefahr nicht klar ist, dem ist tatsächlich nicht mehr zu helfen. Teile dieser Strategien der Muslimbrüder sind auch in Deutschland längst zu beobachten, vor allem die Infiltration in sensible Bereiche wie Presse und Bildung.

Wenn moderate Muslime in muslimischen Ländern wie in Ägypten selbst Angst haben, dann sollte man doch in Deutschland mal ernsthaft die Augen aufmachen und nicht jeden Warner gleich in die  Rassisten-Ecke stellen.

Nein, Herr Kolhoff, so geht es nicht! Dieser Kommentar verdient eine glatte Sechs!