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Katholische Kirche: Eklige Suppe

Katholische Kirche : Eklige Suppe

Zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Trier schreibt Dr. Hans Jürgen Arens:

Als Diaspora-Trierer bin ich über die Art und Weise der Berichterstattung wegen „Vertuschungsvorwürfen“ entsetzt, jedoch anders, als Sie vermuten. Denn hier werden pädophile Vergehen von meist längst verstorbenen Geistlichen aufgetischt und wird in diesem ekligen Milieu herumgerührt, es wird der verstorbene Bischof Stein angeprangert, die Vergehen vertuscht zu haben, es werden von einem Club Missbit Vermutungen ausgebreitet, welches Ausmaß diese pädophile Szene unter Geistlichen des Bistums gehabt haben könnte. Gericht über Verstorbene nach selbst gewählten Kriterien ist zumindest juristisch ziemlich abenteuerlich. – Ich stelle fest:

1. Bis in die 1970er Jahre war es nicht üblich, sondern strafbar, homosexuelle Aktivitäten öffentlich zu preisen, wie heute beim Christopher-Street-Day; der Bereich der LGBT-Szene wurde verschwiegen, nicht nur bei katholischen Priestern. Immerhin galten in der katholischen Kirche diese sexuellen Übungen als negativ und sündhaft, wurden also nicht geduldet. Man schützte die Priester und die Kirche vor üblen Einschätzungen, was heute als Vertuschung bewertet wird.

2. Die Geschichte der „Odenwaldschule“, die Begeisterung von homophilen „Grünen“ für die Praxis der Knabenliebe sollte als Reformpädagogik in einem Gesetz für fortschrittliche Erziehungsformen verankert werden! Es gab Gesetzesinitiativen dafür! Hierüber wird kaum berichtet!

3. Die Praxis im Berliner Senat, auf Empfehlung eines Psychiaters schwer erziehbare Kinder, vor allem Jungen, an Pädophile „zu überweisen“, damit diese die Kinder „erziehen“, dauerte fast 20 Jahre; die Aufnahme und „Benutzung“ der Kinder wurde vom Sozialamt bezahlt!

4. Die vernetzten Pädophilen-Hotspots in Lügde oder Bergisches Land zeichnen ein grauenhaftes Bild, das als allererstes zu analysieren ist. Vor allem dann, wenn diese Szene sich noch aus Sozialhaushalten finanzieren darf.

In den 1950er und 1960er Jahren spielte Kinderleid tatsächlich kaum eine Rolle, was man heute anders sieht. Ich kann aus eigener Erfahrung als miserabler und wenig an Schule interessierter Schüler berichten, dass ich noch mit 15 Jahren von Lehrern heftig verprügelt wurde und sogar einmal schon zum Gegenschlag ausgeholt hatte, dann aber reflexartig den Schlag bremste. Ergebnis: Das war Misshandlung, aber man darf heutige Maßstäbe für die Beurteilung früherer Taten nicht heranziehen. Ich habe es überlebt!

Die Bewertung der Entschädigung in Höhe von 50 000 Euro je Fall, der oft schon lange verjährt ist, durch das Bistum Trier als schäbig zu bewerten, halte ich für völlig daneben. Man vergleiche dieses Bistums-Angebot mit dem des Senats von Berlin; dort heißt es: verjährt und keine Zahlung wegen Missbrauchs!

Ich habe den Eindruck, dass diese eklige „Missbrauchssuppe“ am Köcheln gehalten wird, um der katholischen Kirche maximal, vom Ansehen her und finanziell, zu schaden. Man weist auf den Splitter im Auge des anderen und sieht den Balken im eigenen Auge nicht! Ich wünsche mir eine qualifiziertere, angemessenere Berichterstattung.

Dr. rer. oec. Hans Jürgen Arens, Emmerich