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Natur: Endlich tut sich etwas

Natur : Endlich tut sich etwas

Zum Artikel „EU-Kommission verklagt Deutschland wegen Verstößen im Naturschutz“ (TV vom 19. Februar) schreibt Werner Becker:

Europa klagt mehrere Mitgliedstaaten wegen Nichteinhaltung von vereinbarten Naturschutzmaßnahmen an – und dies zu Recht, denn diese Vereinbarungen sind schon alt und hätten längst ausgeführt werden können. Die EU hatte in den 80er Jahren ihre Mitglieder dazu aufgefordert, Naturgebiete zu kartieren und den Bestand von Flora und Fauna zu erfassen (ich war selbst an solchen Kartierungen beteiligt). Diese Daten wurden von EU-Fachleuten gesichtet, ausgewertet und sogenannte FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) definiert: besonders schützenswerte Gebiete, die einen hohen Grad an Biodiversität aufweisen oder seltene Arten beheimaten.

Diese Kartierung wurde an die jeweiligen Staaten gesandt mit der Aufforderung, diese Gebiete unter Schutz zu stellen. Geschehen ist dies aber nur in wenigen Fällen, zum Schaden der Natur. Denn der Status „FFH-Gebiet“ soll verhindern, dass dort in irgendeiner Form in die Natur eingegriffen wird oder Pflegemaßnahmen erfolgen, etwa um Bestände zu sichern. Gerade für gefährdete Arten sind solche Gebiete überlebenswichtig. Dies kann nicht der Nationalpark leisten, der sich ökologisch anders entwickelt und eine andere Zielsetzung hat.

Ich begrüße es, dass die EU endlich aktiv wird und erwarte von den politischen Entscheidungsträgern, dass sie zügig handeln. Wenn man es mit dem Wunsch nach Biodiversität ernst meint, muss das sein!

Werner Becker, Hermeskeil