Energie

Zur anstehenden Strompreiserhöhung (TV vom 23. November) diese Zuschrift:

Wie erwartet, erhielt auch ich einen Bescheid von der RWE, in dem Kostensteigerungen mit den Subventionen für die Erneuerbaren Energien begründet werden. Man umschreibt das mit "angepasste Preise", deren Ziel vor allem der Schutz von Klima und Umwelt ist. Diese Umschreibung ist schon deshalb nebulös, da ein Atomkraftwerk solche Kriterien besser erfüllen kann als zum Beispiel ein Kohlekraftwerk. In Wirklichkeit geht es um die Sicherheit von Atomkraftwerken, die in Deutschland seit der Katastrophe in Fukushima keine Zukunft mehr haben. Also forcierte man durch politischen Beschluss den Abbau der Atomenergie. Nun würde man ja die Mehrkosten in Kauf nehmen, wenn in Zukunft auch in unserer Region der Faktor Sicherheit eine reale Chance hätte. Doch dies ist für alle erkennbar eine reine Illusion, denn es steht als Antipode Cattenom direkt vor unserer Tür. Die Direktiven beim Nachbarn sind unmissverständlich und klar: Frankreich will den Standort Cattenom mit großem finanziellem Aufwand für weitere Jahrzehnte erhalten. Wenn ich nun unter solch einer Prämisse als Energieverbraucher die Mehrkosten zum Faktor Sicherheit aufbringen soll, was mir als Bürger aber real niemals gewährleistet werden kann, ist das ein eklatanter Widerspruch. Wieso soll ich einen Mehrbeitrag ohne erkennbare Gegenleistung leisten? Eigentlich ergäbe sich hier ein Umkehrschluss für die Region. Wenn ich langfristig als Anwohner dem Risiko eines Atomkraftwerks wie Cattenom ausgesetzt bin, sollte ich von dem aufgezwungenen Risiko auch profitieren können, indem ich frei wählen kann zwischen billigem französischen Strom oder dem teuren Strom aus Deutschland. Technisch wäre das überhaupt kein Problem. Wer also das Risiko von Atomkraftwerken mittragen muss (Nachteil), sollte auch von den Preisvorteilen des französischen Nachbarn profitieren können. Hier geht es also um ein länderübergreifendes Gleichheitsprinzip (Risiko), wo nationale und europäische Belange kollidieren. Ein Kompromiss wäre denkbar, wenn man europäische Belange über die nationalen Belange stellt. Wolfram Bauer, Nittel