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Zum Artikel "Erneut Panne in Cattenom" (TV vom 26. September) und zu den Konsequenzen aus der Serie von Störfällen in dem französischen AKW:

2000 neue Arbeitsplätze schaffen in einer von ständigen Störfällen "geplagten" Atomanlage, wie sich der Verfasser des Artikels so schön ausdrückt? Wer möchte denn in einem solchen Kernkraftwerk noch arbeiten? Nach den vielen Störfällen lässt sich ein Ernstfall in der Zukunft nicht mehr ausschließen - dann wird die Schaffung neuer Arbeitsplätze noch die geringste Sorge der Lothringer sein. Das Gleiche gilt für Rheinland-Pfalz und Luxemburg. 3,5 Milliarden Euro investieren für eine marode Atomanlage? Da fragt man sich doch, wie viele Milliarden mehr wird sie wohl noch in den nächsten 20 Jahren kosten, die das Werk nach Aussage des Vorsitzenden der Regionalregierung noch am Netz bleiben soll? Wäre es nicht viel vernünftiger, diese Summen in den Ausbau erneuerbarer Energien und die Forschung zu investieren und damit endlich einen Schritt vorwärts in Richtung Energiewende zu tun, von der zwar immer viel die Rede ist, nur dabei scheint es dann auch zu bleiben. Sollten wir nicht eher anstreben, auf dem Gebiet erneuerbarer Energien neue Arbeitsplätze zu schaffen? Wo liegt denn hier das eigentliche Problem? Den Strom von Cattenom brauchen wir nicht wirklich, wie Zahlen über die Stromversorgung belegen. Ist es die spätere Entsorgung des Werks? Die gleichgültige Haltung vieler Menschen, die damit nichts am Hut haben, wie ich hier so oft hörte? Haben denn schon alle die verheerenden Auswirkungen der jüngsten Atomkatastrophe in Japan vergessen? So etwas passiert nicht nur im Fernen Osten, es könnte auch jederzeit in unserer dicht besiedelten Region passieren. Nicht einer Steuerreform, sondern der sofortigen Abschaltung der störanfälligsten Atomanlagen sollte in der Politik die erste Priorität zukommen. Gabriele Schaefer-Kodama, Bernkastel-Kues