energie

Zum atomaren Gau in Japan und zu den politischen und medialen Reaktionen in Deutschland:

Meinung

Erst Angststarre, dann Harakiri
Im japanischen Fukushima demoliert eine gewaltige Naturkatastrophe ein AKW. Das ferne und geologisch ruhige Deutschland verfällt darauf in eine international mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommene Angststarre. So groß ist die Angst, dass ein prominenter Öko-Bauer aus Baden-Württemberg vor laufenden Kameras am Wahlabend "Fukushima" mit "Fudschijama" verwechselt - die Fähigkeit, zwischen Vulkan und AKW zu unterscheiden, scheint gelitten zu haben. Der "Ausstieg" aus der nuklearen Stromerzeugung wird in der Folge von Medien und Politikern zelebriert. So weit, so gut. Wenn da das Klima nicht wäre. Vor wenigen Tagen meldet die Internationale Energieagentur für 2010 einen gegenüber 2009 um 1,6 Gt auf 30,6 Gt gestiegenen globalen CO{-2}-Ausstoß durch Kraftwerke und Verkehr (Anm. d. Red.: 1 Gt = 1 Gigatonne = 1 Milliarde Tonnen). Man nähert sich also in Riesenschritten der Grenze von 32,0 Gt CO{-2}, deren Erreichen vor 2020 nach Expertenmeinung eine Erwärmung um mindestens zwei Grad unvermeidlich macht. Wohlgemerkt: Dies ist nicht etwa die Walkampfparole einer Parteizentrale oder die Alchimistenmeinung aus einem selbst ernannten "Öko-Institut", auch kein PR-Gag der sogenannten "Atomlobby", sondern weitgehender Konsens der internationalen Forscherelite. Just in dieser Situation einigt sich nun die panikgetriebene deutsche Polit-"Elite", angeführt von der Physikerin Merkel, ohne Not und rationale Begründung ein Gesetz auf den Weg zu bringen, welches zur Deckung der Grundlastlücke für die kommenden Jahre beträchtliche zusätzliche CO{-2}-Emissionen erzwingt. Auch dafür gibt es ein japanisches Wort: Harakiri. Prof. Dr. Wolfgang Sendler, Trier