Energie

Zum Artikel "Altmaier rät zum Stromsparen" und zur Diskussion über die immer höheren Kosten für Verbraucher (TV vom 21. Juni):

Endlich mal wieder eine gute Idee eines deutschen Politikers. Noch besser wäre der Vorschlag von Peter Altmaier (CDU), wenn er und seine Kollegen mit dem Stromsparen an ihren Arbeitsplätzen anfangen würden. Warum müssen öffentliche Gebäude nachts hell erleuchtet sein? Manche nur außen, viele aber auch innen und das, obwohl niemand in den Häusern ist. "Weil es schön aussieht", höre ich da viele sagen. Ob das Kanzleramt eine schöne Architektur hat oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks. Manchen gefällt die Architektur des Brandenburger Tores, anderen nicht. In Deutschland gibt es sehr viele hell erleuchtete öffentliche Gebäude. Dazu zählen auch die Kirchen. Bliebe das Licht aus, könnte viel Strom gespart werden. Seltsam ist nur, dass durch das Stromsparen der Preis weiter steigt; die Erzeuger klagen, sie würden weniger Geld einnehmen und müssten mit der Verteuerung ihre Bilanzen ausgleichen. Somit müsste ein Bäcker sein Brot teurer verkaufen, wenn die Nachfrage sinkt. Meistens wird doch der Preis gesenkt, um Kunden zu locken! Robert Goergen, Oberweis Es ist doch so einfach, den ständig steigenden Strompreisen wirksam zu begegnen: Drei Prozent Preissteigerung minus drei Prozent eigene Einsparung ergibt null Prozent Mehrbelastung. Umweltminister Altmaier präsentierte letztens stolz diese simple Gleichung, die jeden Grundschüler ehrfurchtsvoll zu ihm aufblicken lässt. Ein solcher Sparaufruf stellt sich bis zur zweiten oder maximal bis zur dritten Preiserhöhung als praktikable Lösung dar. Angesichts der siebenundzwanzigsten (oder ist es doch schon die dreißigste?) Preisrunde wird sie allerdings ad absurdum geführt. Offensichtlich ist es noch nicht bis zum Minister durchgedrungen, dass die smarten Energiekonzerne Umsatzeinbußen mit entsprechenden Preissteigerungen ausgleichen. Eine Begründung dafür ist schnell gefunden und verkündet. Im Idealfall, wie bei dem Ausstieg aus der Kernenergie, liefert die Politik selbst die Begründung für auf Jahre hinaus im Voraus kalkulierbare Preissteigerungen. Auch für die erheblichen Kosten der noch zu lösenden Endlagerung der Atomabfälle von etlichen Milliarden Euro stehen nicht etwa die Verursacher, also die Energiekonzerne, sondern die Endverbraucher beziehungsweise die Steuerzahler gerade. Die Politik entfernt sich immer weiter von dem Leitgedanken der bezahlbaren Energie. Immer mehr Stromkunden können die ständig steigenden Strompreise nicht mehr bezahlen und werden "abgeklemmt". Deutsche Kunden zahlen europaweit den höchsten Strompreis. Die Folge: Sozialer Unfriede greift immer mehr um sich und frisst sich weiter nach oben durch. Norbert Holzapfel, Salm