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Enttäuschung für die Heimkehrer

Leserbrief : Enttäuschung für die Heimkehrer

Afghanistan

Zu den Artikeln „UN: In Afghanistan so viele zivile Opfer wie nie“ (TV vom 27. Juli), „Der Taliban-Vormarsch und die Lehren für den Westen“ (TV vom 19. Juli) und  „Viel Frust nach 20 Jahren Kampf in Afghanistan“ (TV vom 8. Juli):

Nach langem, aufreibendem und gefährlichem Einsatz in Afghanistan kehrten die deutschen Soldatinnen und Soldaten vor einiger Zeit in die Heimat zurück. Jeder hat in einem weit entfernten Land mit einem anderen Klima tapfer und einsatzbereit Tag für Tag für Frieden, Freiheit und den Schutz der Bevölkerung — besonders der Frauen und Kinder – gekämpft und sich eingesetzt. Jeder Tag konnte den eigenen Tod bringen.

Dass 59 von ihnen nicht mehr zurückkamen, zeigt deutlich, welchen Gefahren sie ausgesetzt waren. Sie haben sich nicht nur für die Menschen in Afghanistan eingesetzt, sondern auch für uns in Deutschland. Es dürfte allen bewusst sein, dass der Kampf gegen die Taliban und ihre Hinterleute auch für  Deutschland und die anderen europäischen Staaten von großer Bedeutung war. Einige hatte sicher erwartet, von den verantwortlichen Politikern, den Regierungsvertretern und Repräsentanten des Staates herzlich begrüßt zu werden.

Und was mussten sie erleben? Da war niemand von der Regierung und niemand vom Parlament, auch niemand von der Nato, der europäischen Kommission erschienen. Allein der eigene Kommandeur musste seine Truppe willkommen heißen.

Ist das denn zu glauben? Ist das nicht eine Schande und eine große Enttäuschung für die Heimkehrer?

Was mag in deren Köpfen und Herzen der Heimkehrer vorgegangen sein? Sieht so die Dankbarkeit Deutschlands und der europäischen Staaten aus? Selbst der angekündigte besondere Empfang am 31. August dürfte diese maßlose Enttäuschung nicht ungeschehen machen.