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Ernährung: Erst denken, dann einkaufen

Ernährung : Erst denken, dann einkaufen

Zu einem Leserbrief unter der Überschrift „Das ist Marktwirtschaft ...“ (TV vom 2. Juli) schreibt Ernst Zähres:

Die Meinung von Rüdiger Rauls zu den seiner Ansicht nach unberechtigten Schuldzuweisungen an die Verbraucher kann nicht unwidersprochen bleiben. Zugegeben, die Verbraucher wurden über Jahrzehnte von Experten, Medien und Politik darauf getrimmt, nach günstigen und noch günstigeren Produkten und Rabatten zu suchen und ihr Kaufverhalten vor allem danach zu richten. Mittlerweile müsste doch dem Letzten bewusst geworden sein, zu welchen Auswüchsen das geführt hat. Nehmen wir nur das Beispiel der Herstellung von Kleidung in asiatischen Ländern mit Billigstlöhnen. Hierzulande nutzen die Anbieter Dinge des täglichen Bedarfs, also Lebensmittel. Derzeit überbieten sich Discounter wie Aldi und Lidl mit Rabattschlachten im Zuge der Mehrwertsteuersenkung. Der Preiskampf wird auf dem Rücken der immer mehr geknebelten Erzeuger ausgetragen. In den Einkaufsprospekten werden auf den ersten Seiten überwiegend Fleischprodukte offeriert, die offensichtlich stark zur Kaufentscheidung beitragen. Warum passiert das alles? Weil wir Verbraucher zu oft wie die Lemminge ohne großes Nachdenken den Sonderangeboten hinterherlaufen. Man benötigt ja alle paar Tage Mittel zum Leben, also Lebensmittel. Das Kalkül der Discounter: Ist der Kunde erst mal im Laden, kauft er weitere Artikel. Gerade beim Fleischsektor vom Erzeuger bis zur Theke gibt es viel zu tun. Sollten wir nicht alle mehr Bewusstsein beim Einkauf entwickeln? Vielleicht ändert sich dann doch vieles zum Besseren. Fangen wir sofort damit an!

Ernst Zähres, Bitburg