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Katholische Kirche: Es ist längst nicht vorbei

Katholische Kirche : Es ist längst nicht vorbei

Zu den Leserbriefen „Hinnehmen, verharmlosen, vertuschen [...]“ (TV vom 14./15. März) und „Mehr Gutes als Böses“ (TV vom 25. März) schreiben Brigitte und Eckart Wedler:

Da verschlägt es uns doch glatt die Sprache! Viel Gutes rechtfertigt „ein bisschen Böses“ (und das besonders von einem ehemaligen Pastoralreferenten ausgesprochen), als wenn die Missbrauchsvorfälle als harmlos anzusehen wären! Vorgesetzte, die die Straftaten ihrer Untergebenen decken und vertuschen, sind genauso schlimm wie die Täter selbst und müssen mit entsprechenden Konsequenzen zur Rechenschaft gezogen werden. Straßennamen und Plätze sowie Institutionen werden nach Personen benannt, die sich als ehrbar erwiesen haben. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass dem nicht so ist, müssen die Straßennamen und Einrichtungen entsprechend umbenannt werden. Dass Rudolf Meyer die Missbrauchsfälle der Kirche mit denen in Vereinen gleichsetzt, wirkt auf uns beleidigend.

Es ist den Opfern geschuldet, dass die im Leserbrief genannten Bezugspersonen ihrer Verantwortung und Aufgabe ohne Wenn und Aber gerecht werden. Missbrauchsfälle in Vereinen werden von irdischen Gerichten geahndet, was man von denen in der Kirche kaum behaupten kann, da sie heruntergespielt oder verschwiegen werden. Genug ist genug? Ganz im Gegenteil, die Vielzahl an Leserzuschriften zeigt doch, dass dieses Thema noch längst nicht abgeschlossen ist.

Brigitte und Eckart Wedler, Gusterath