Katholische Kirche: Es ist noch nicht zu spät

Katholische Kirche : Es ist noch nicht zu spät

Zum Artikel „Mehrheit der Katholiken lehnt Trierer Bistumsreform ab“ (TV vom 4. Oktober) und weiteren Beiträgen zum Thema schreibt Tobias Schmitt:

Als Theologe und kirchlicher Mitarbeiter bin ich schockiert über das, was im Bistum Trier vor sich geht. Ohne Rücksicht auf Verluste wird ein Weg durchgesetzt, der seit Beginn für viele nur schein-­synodal wirkte, da jeder, der auch nur annähernd Kontakt zur Basis hat, bereits seit den Anfängen gemerkt hat, dass hier etwas vor sich geht, das bewusst gelenkt und keineswegs im Konsens mit der Mehrheit der aktiven Katholiken im Bistum passiert.

Die Bistumsleitung zieht stur einen Kurs durch, der auf breite Ablehnung stößt und sogar so weit führt, dass sich ein Drittel der Ehrenamtlichen verabschieden will und somit immer mehr von dem Guten zusammenbricht, was da ist.

Darf das bereitwillige Engagement von Ehrenamtlichen so verprellt werden? Statt den Weg in die Zukunft zu gehen, geht das Bistum geradewegs seinem Untergang entgegen und fördert diesen noch.

Beim Thema Missbrauch spricht man immer wieder davon, Machtstrukturen durchbrechen zu müssen. Hier wird Macht gegen den Willen und trotz Protesten vieler aufgebaut und ein Projekt mit aller Macht durchgesetzt – koste es, was es wolle.

Da bringt auch eine Synode nichts, die überhaupt nicht repräsentativ ist und die Menschen vor Ort keineswegs mitnimmt. Langsam sollte man aufwachen und sich fragen, wie viel Vertrauen der Menschen man in der Vergangenheit bereits verspielt hat und ob man es sich leisten kann, so weiterzumachen.

Die Uhr tickt, und noch kann man das Ruder herumreißen, wenn einem die Gläubigen wirklich am Herzen liegen.

Tobias Schmitt, Bernkastel-Kues

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