Fachkräftemangel

Zum Leserbrief "Stellenanzeigen auf der Toilette" (TV vom 18./19. Juni):

Meinung

Zu viel Arbeit, zu wenig Gehalt
Eine interessante Leserzuschrift - man sollte aber nicht nur schimpfen, dass man keine Leute für die Arbeit findet, sondern dem Problem nachgehen: 1. Wie viel wird denn im Gastgewerbe gezahlt? 2. Wie sind die Arbeitszeiten? 3. Welchen Stellenwert hat das Gewerbe? 4. Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es? Besonders auf Punkt zwei will ich verweisen: Laut Arbeitszeitgesetz (letzte Änderung 1994) dürfen Erwachsene täglich nur elf Stunden beziehungsweise in der Woche 48 Stunden arbeiten! Und wie sieht die Wirklichkeit aus? Täglich teilweise 13 und mehr Stunden, teilweise keinen Tag frei in der Woche! Überstunden werden nicht bezahlt. Wen wundert es dann, wenn niemand nach der Ausbildung im Gewerbe bleibt! Zwischen Dienstende und Dienstanfang müssen mindestens zehn beziehungsweise elf Stunden liegen! Feiertage, ja da darf man arbeiten, aber warum wird dann nicht besser bezahlt? In Großbritannien bekommt man für Arbeit an einem Feiertag zwei Tage frei! Die Gewerkschaft sollte sich um ihre Arbeiter kümmern, aber wer ist denn organisiert? Leute, bezahlt ordentlich, achtet eure Mitarbeiter, denn sonst kommt in den nächsten Jahren keiner mehr ins Gastgewerbe. Apropos, in der "Allgemeinen Hotel- und Gastronomiezeitung" stand: "Bildet aus und seht die Azubis nicht als billige Mitarbeiter!" Es gibt nicht nur Köche, sondern auch Restaurantfachleute, seit 1982 nennt man das so, aber wer weiß das eigentlich? Kellner sind heute ungelernte Kräfte. Als Letztes: Auch Mitarbeiter im Gastgewerbe haben ein Recht auf Feierabend! Volker Heimes, Gerolstein