Justiz : Fadenscheinig

Zum Artikel „Drogenberater fordern: Keine Strafe mehr für Kiffer“ (TV vom 8. Januar) schreibt Felix Assmann:

Ungefähr jedes halbe Jahr melden sich die üblichen Verdächtigen mit der fast schon dümmlich anmutenden, dreisten Forderung, Cannabis-Genuss und andere Kiffer-Freuden straflos zu stellen. Die Begründungen werden immer fadenscheiniger. Würde man dem folgen, wäre es nur folgerichtig, das halbe Strafgesetzbuch und das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) zu streichen. Ich weiß nicht, ob nicht bei der Auswahl der staatlich berufenen und gut bezahlten Berater erhebliche Fehler gemacht wurden. Jedenfalls fühle ich mich an die Redewendung vom Bock und dem Gärtner erinnert.

Ein Leserbrief lässt nicht genug Raum, um alle Aspekte auszuleuchten. Es wäre zum Beispiel aber schwer ertragbar, wenn Leute früh zur Arbeit fahren, ein paar Stundenkilometer  zu schnell unterwegs sind, „ordentlich zur Kasse gebeten“ werden, während die verkifften Zeitgenossen noch im Bettchen rumlungern und von den Fleißigen der Gesellschaft unterhalten werden müssen. Es kann nicht sein, dass schon wieder ein paar wenige und ein bisschen verwirrt anmutende Bürger uns so etwas antun wollen. Man sollte es nicht geräuschlos hinnehmen. Dies ist in der Vergangenheit bei anderen Dingen des lieben Friedens willen viel zu oft so geschehen. Nachher reibt sich die gutmütige Allgemeinheit nur noch verwundert die Augen.

Felix Assmann, Morbach