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Soziales: Fassungslos und wütend

Soziales : Fassungslos und wütend

Zum Kommentar „Ein Grund zur Freude“ (TV vom 21. März) schreibt Bernhard Nink:

Die angekündigte generelle Rentenerhöhung zum 1. Juli um 3,45 beziehungsweise 4,20 Prozent ist überhaupt kein „Grund zur Freude“, sondern macht mich fassungslos und wütend, zumal wenn man bedenkt, dass dann die Bezüge der Pensionäre nachziehen.

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn kleine Renten und Pensionen angehoben werden, aber doch nicht generell. Viele – und zu denen gehöre ich auch – sind jetzt schon völlig überversorgt zulasten der jungen und mittleren Generation. Natürlich gebe ich einen gehörigen Teil freiwillig an die Jüngeren ab, aber damit wird das Problem nicht gelöst, dass viel arbeitende Menschen in Pflegeberufen, Dienstleistungen, künstlerischen Berufen et cetera viel zu schlecht bezahlt sind und nur kümmerliche eigene Renten­erwartungen haben. Gerade jetzt bangen Millionen um ihren Job und ihre Existenzgrundlagen, um das Leben vieler älterer Mitbürger nicht zu gefährden. Umso mehr ist die Solidarität der Generation über 60 eine moralische Pflicht, und damit das keine Sprechblase bleibt, ist Verzicht und Beschränkung von all denen angesagt, die eine Renten- und Pensionserhöhung nun wirklich überhaupt nicht brauchen.

Bernhard Nink, Trier