Finanzen

Zum Artikel "Sarkasmus und Frust [... ]" (TV vom 10. Mai):

Wieder einmal soll der griechische Staat Ausgaben kürzen und Staatsunternehmen privatisieren, um neue Kredite erhalten zu können. Dafür verspricht die Troika von EU, EZB und IWF dem gepeinigten Griechenland wirtschaftlichen Aufschwung und letztlich auch den Abbau der Schulden - obwohl 2016 die Wirtschaft noch weiter schrumpfen und die Staatsverschuldung noch weiter wachsen und erst 2017 die Wirtschaft ein wenig wachsen und die Verschuldung ein wenig sinken soll. Aber wie soll das gehen mit weiteren Rentenkürzungen, mit Erhöhungen der Mehrwertsteuer und der Sozialversicherungsbeiträge, die das Leben bei sinkenden Einkommen weiter verteuern, und mit Privatisierungen, die dem Staat wenig einbringen und ihm die Schulden der unrentablen Restbestände überlassen werden? "Reformen" solcher Art werden den größten Teil der griechischen Bevölkerung noch tiefer ins Elend stürzen und nur den griechischen Oligarchen und reichen ausländischen Schnäppchenjägern nützen. Am Ende wird die Operation vielleicht gelungen sein, wahrscheinlicher aber misslungen, der Patient in beiden Fällen aber höchstwahrscheinlich tot. Doch für unsere führenden Politiker - und ebenso für die AfD - scheint es die Hauptsache zu sein, nur ja keinen Millimeter von der desaströsen neoliberalen Ideologie abzuweichen, mag auch die Welt dabei zugrunde gehen. Das Verhalten der Bundesregierung gegenüber Griechenland, das im Zweiten Weltkrieg von Deutschland ausgeplündert wurde, dessen Bevölkerung von SS und Wehrmacht massakriert wurde und das bis heute keine nennenswerte Entschädigung erhalten hat, kann man nur als schäbig bezeichnen. Robert Seidenath, Gusterath