FINANZEN

Zum Artikel "Mehr Geld für Beamte ist teures Wahlgeschenk" (TV vom 31. März):

Als zu Zeiten Kaiser Wilhelms mein Großonkel in der Gemeinde Maubach (Kreis Düren) Lehrer war, bekam er als Entlohnung täglich ein Mittagessen - die Bauern luden ihn reihum ein - und, je nach Kassenlage der Gemeinde, ein Taschengeld. Dies wäre heute sicher im Sinne des Steuerzahlerbundes. Da nun Herr Quante wohl nicht jeden Mittag einen Beamten zum Essen einlädt, muss die Landesfinanzministerin auf Kosten der Steuerzahler die Beamten bezahlen, und zwar so, dass sie nicht verhungern, gegen Bestechung gefeit sind oder zu anderen Arbeitgebern überlaufen. Es gehört schon viel Idealismus dazu, als Richter, Lehrer, Verwaltungsfachmann, Polizist, Amtsarzt, Architekt oder Steuerbeamter für die Gemeinschaft zu arbeiten - für ein relativ geringes Gehalt. Dazu kommt noch, dass jeder Dummkopf glaubt, über Beamte spotten zu können. Es ist allerdings verwunderlich, dass der Chef des Steuerzahlerbundes Rheinland-Pfalz, Rainer Brüderle, auf Kosten der Steuerzahler lebt. Seine Bezüge als ehemaliger Minister und Abgeordneter bezahlen wir Steuerzahler. Aber das ist wohl "etwas anderes". 2,1 Prozent mehr Gehalt sind kein teures Wahlgeschenk, sondern eine kleine Anerkennung für eine große Leistung. Ernst Hanrath, Bruch