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Zur Titelseite des TV vom 30./31. Juli:

Meinung

Die Schlinge zieht sich weiter zu
Die TV-Titelseite vom 30. Juli hätte die Probleme der letzten Tage nicht besser treffen können. Drei Berichte zeugen von der Unfähigkeit, Geldmittel sinnvoll einzusetzen. Da werden zum einen Millionen bei Lotto für Werbekampagnen ausgegeben, und wen wundert\'s, schon klafft ein Loch von 320 Millionen, das der Steuerzahler wieder stopfen soll. Das entspräche für jeden Rheinland-Pfälzer einem Lottoschein in Höhe von etwa 80 Euro ohne Gewinn! Zum anderen herrscht in den USA ein Schuldenkrieg. Das politische System ist angeschlagen. Drei Billionen Dollar werden nun vor sich hergeschoben, und keiner merkt, wie sich die Schlinge immer enger zieht. Von einem Versprechen des Präsidenten wurde bisher nicht viel umgesetzt, aber dafür hat er ja den Friedensnobelpreis. Vielleicht gibt\'s ja dafür ein paar Dollar bei eBay. Demgegenüber geht die Hungerkatastrophe in Somalia fast unter. Hunderttausende leiden, weil unfähige Bankmanager die Staaten in den Sumpf zogen und weiter ziehen. Diese erhalten saftige Abfindungen, werden über Hintertüren wieder eingestellt. Der arbeitsame und sparsame Bürger hat das Nachsehen. Jean Ziegler hätte es als designierter Redner der Salzburger Festspiele auf den Punkt bringen können, aber seine Rede wäre für das Publikum zu treffend gewesen. Gut, dass man sie wenigstens auf "YouTube" sieht. Milliarden musste die Welthungerhilfe einsparen, um den Banken unter die Arme zu greifen. Den Reichen reicht\'s halt immer noch nicht. Wir erleben derzeit eine Gesellschaft, die sich durch den Anreiz von Ratenzahlungen und Kreditbewilligungen der Banken zu ungewolltem Konsum reizen lässt. Das Wort "zahlungsunfähig" könnte nicht nur in diesem Jahr Wort des Jahres werden. Stefan Mayer, Trier

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