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Zur Euro-Krise, zum Versagen der Politiker und zu den verschiedenen Zukunftsszenarien:

Als 2002 der Euro eingeführt wurde, waren nicht nur Bürger, Banken und die Wirtschaft von den Vorzügen einer einheitlichen europäischen Währung begeistert, auch Politiker sprachen von einer zukunftsweisenden Entscheidung. Es wurde sogar schon spekuliert, wie lange es dauern würde, bis England und auch die Schweiz dem Klub beitreten würden. Nur die wenigsten erkannten eine vorschnelle und nicht zu Ende gedachte Umsetzung mit vielen offenen und ungelösten Fragen. Keine zehn Jahre später stehen die Euroländer vor einem Scherbenhaufen und kein Politiker hat eine Lösung, sondern immer nur Vorschläge, die an Flickschusterei erinnern. Griechenland muss gerettet werden, obwohl es schon lange nicht mehr zu retten ist und zumindest die verantwortliche Oberschicht eine Rettung wohl auch nicht verdient. Andere Länder sind auch schon unter den Schirm geschlüpft, und jetzt soll er auch noch für nationale Banken herhalten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Hedgefonds gerettet werden müssen oder das Medien-Imperium von Berlusconi, weil es ja eine nationale Funktion erfüllt. Wohin wird unser Euro von geldgierigen Spekulanten getrieben und wer muss die noch unüberschaubaren finanziellen Folgen tragen? Konsequenzen sind in Griechenland gut erkennbar: Die Reichen bringen ihre Vermögen ins Ausland und entziehen sich der Verantwortung, während der kleine Mann bluten muss. Soll der Euro auf Dauer überleben, hat er nur eine Chance, wenn einerseits die Macht des Geldes und der Banken eingeschränkt und andererseits die Währung auf eine solide Grundlage gestellt wird. Hierzu müssen alle beteiligten Länder eine überprüfbare, einheitliche europäische Haushalts- und Steuerpolitik betreiben und eigenstaatliche Interessen, gleich welcher Art, zu Gunsten der gemeinsamen Interessen aufgeben. Für diese Aufgabe sind unsere Politiker jedoch zu schwach, und zudem ist eine Umsetzung in kurzer Zeit wohl nicht zu leisten. Heinz Weber, Tawern