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Zu den Kommentaren "Ritt auf der Rasierklinge" und "Der Pyrrhus-Sieg der Kanzlerin" (TV vom 29. und 30. September):

Bei dem Thema "erweiterter Rettungsschirm EFSF" widerspricht sich der TV von heute auf morgen selbst und wirkt dadurch unglaubwürdig: Am 29. September vergleicht der Korrespondent Strauss den Kampf der Kanzlerin Merkel gegen die Euro- und die damit angeblich verbundene Koalitionskrise als "Ritt auf der Rasierklinge". Von den Zweifeln an der Führungsfähigkeit der Kanzlerin und dem Weiterbestand ihrer Koalition könne Merkel sich nur durch eine "Bundestagsabstimmung mit eigener Mehrheit" über den Rettungsschirm EFSF befreien. Allen Unkenrufen im Vorfeld zum Trotz hat Merkel ihre schwarz-gelbe Koalition mit 315 - also mit vier Stimmen mehr - sogar zur "Kanzlermehrheit" geführt. Somit hat die Kanzlerin auf der ganzen Linie gesiegt! Das wurde auch - laut Presseschau des Deutschlandfunks - von den Kommentatoren großer deutscher, polnischer und russischer Tageszeitungen der Kanzlerin als großer Erfolg bescheinigt und gewürdigt! Am 30. September widerspricht Kommentator Kolhoff seinem Kollegen Strauss, der Berichterstattung des TV und den großen europäischen Tageszeitungen mit der unbewiesenen, absurden und lächerlichen Behauptung: Die Kanzlermehrheit für die wichtige Zustimmung zum Euro-Rettungsschirm ist "Kokolores"; somit auch die Mehrheit des Bundestages - also auch die der SPD/Grünen-Opposition, die zugestimmt haben. Mit dieser respektlosen und unsinnigen Behauptung macht der Kommentator Kolhoff den Bundestag zu einer Spielwiese für alberne Dummheiten oder Possen der Karnevalsnarren. Das ist kein seriöser Journalismus. Herbert Franzen, Gerolstein

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