Finanzen

Zum Gastbeitrag "Die Räuberbande der Banker" (TV vom 19. Oktober):

Eine recht anschauliche Parabel, die Hellmuth Milde da erzählt hat. Allerdings bedarf meines Erachtens sein Ansatz einer kleinen Korrektur. Eine Bank hat grundsätzlich kein eigenes Geld, sondern verwaltet das der Kunden, zum Beispiel in Form unserer Monatsgehälter. Die Eigenmächtigkeit, mit der dabei zum Teil wie beim Monopoly fremdes Vermögen verdaddelt wird, ist in ihrer Ignoranz dem Bankkunden gegenüber kaum zu überbieten. Ist das Kapital verzockt, darf der geprellte Eigentümer des Geldes durch seine Steuern noch einmal nachlegen und einen rettenden Schirm über das entstandene Loch spannen. Auf das Gleichnis mit dem Esel übertragen, könnte die Geschichte so aussehen: Der Eigentümer des Esels hat diesen zur Pflege beim Bauern untergestellt. Als er am Jahresende nach seinem Tier sehen möchte, erzählt ihm der Bauer, dass er es notschlachten musste und zu Salami verwurstet hat. Der Bauer verlangt vom Eigentümer neben den aufgelaufenen Futterkosten noch den Aufwand für Tierarzt, Fleischbeschauer und Metzger. Und will die Salami selbstverständlich auch noch bezahlt haben. Harald Gerth, Trier