finanzen

Zur Griechenland-Krise und den Folgen:

Die griechische Tragödie beginnt mit der Herrschaft der Osmanen, deren Herrschaftssystem die Griechen voller Misstrauen und Abscheu gegenüberstanden. Dem Staat wird keine Kompetenz zugeschrieben, wohl aber der Familie. Jahrzehntelange schlampige Staatsführung haben die Lage nicht verbessert. Die Herrschaft weniger Polit - Oligarchen, organisiert in den abgewählten Parteien, in enger Abstimmung mit wenigen Superreichen, sind für die Misere in Griechenland verantwortlich. Beginnend mit dem Eintritt in die EU und der späteren Übernahme des Euro sahen die Kreditgeber kein Risiko mehr für ihre übermäßige Kreditvergabe. Das Volk konnte mit einer hohen Beschäftigungsrate im öffentlichen Dienst, Privilegien für Parteianhänger und einzelne Gruppen ruhiggestellt werden. Ein relativ hohes Einkommen vermittelt den Bürgern den Eindruck, das geht immer so weiter. Der Luxus Olympischer Spiele, viel zu hohe Militärausgaben wurden von Kreditgebern und der EU, in vorderster Front Deutschland, nicht nur toleriert, sondern geradezu gefördert und in der Folge auch finanziert. Erst als klar wurde, dass die Zahlen, die Griechenland lieferte, nicht stimmen konnten, taten alle so, als seien sie erschreckt oder verunsichert. Jetzt traten die Kreditgeber auf den Plan, auch Deutschland, und verlangten harte Einschnitte, die alleine zulasten der Normalbürger gingen. Reiche und Vermögende werden bis heute geschont und konnten ihr Vermögen ins Ausland transferieren. Ohne darauf zu achten, was nun geschah im Lande, ohne Restrukturierung sowie Aufbau- und Umbauplan vergingen wertvolle Jahre, und der Abstieg überwiegender Bevölkerungsteile und die ,,Rutschbahn" ins Bodenlose waren nicht mehr aufzuhalten. Neue Kredite, die überwiegend für fällige Zinsen und Kredite gewährt wurden, werden die Lage nicht verbessern, die Lage der Bevölkerung wird sich daher weiter verschlechtern. Auch die Bundesregierung weiß das, sie möchte den Zeitpunkt, zu dem sie der Bevölkerung erklären muss, dass das Geld dann doch verloren ist, nun ein paar Jahre verschieben. Was also tun? Alles weiter laufenlassen wie bisher? Sich dem Wirtschafts- und Kapitalmodell der USA unterwerfen? Die sozialen und kulturellen Errungenschaften Europas opfern? Bürgerrechte und Demokratie marktkonformem Verhalten unterwerfen? Sicher nicht! Griechenland und andere verschuldete Staaten sich selbst überlassen, die Bevölkerung für die Fehler des Systems büßen lassen? So zerstört man Europa, ein Abgleiten in Extreme waren und sind die Folgen! Europa braucht einen völligen Neustart. Vielfalt statt erzwungener Einheit! Eine für alle verbindliche Verfassung, von den Völkern gebilligt. Und wenn das alles nicht passiert? Dann werden Euro und Europa scheitern. Norbert Worm, Gerolstein