Finanzkrise

Zum Artikel "Heftiger Schlagabtausch im Bundestag um Euro-Politik" (TV vom 8. September):

Meinung

Zwischen Pest und Cholera
Eigentlich sollte die Gemeinschaftswährung zu mehr Völkerverständigung in Europa beitragen. Doch immer mehr Feindseligkeit und Erpressung kennzeichnen die Diskussion um die "Rettung" der Währung. Merkels Aussage vor dem Bundestag, der Euro sei ein Garant des Friedens, da noch nie Länder mit gleichen Währung Krieg gegeneinander geführt hätten, ist nicht wahr: Serbien und Kroatien hatten eine gemeinsame Währung, trotzdem ist uns der blutige Krieg noch deutlich in Erinnerung. Aber unfreiwillig steckt ein Funken Wahrheit in dieser Aussage. Der wahre Grund für den Euro war, dass Frankreich, eine Siegermacht des Zweiten Weltkriegs, die Abschaffung der D-Mark als Bedingung für die Zustimmung zur Wiedervereinigung verlangt hatte, da man sich vor dem Erstarken der Wirtschaftsmacht Deutschland fürchtete. Der Austritt Deutschlands (und anderer) aus dem Euro-Verbund ist möglich. Anscheinend kann aber hier nur zwischen Pest und Cholera gewählt werden. Entweder bleibt Deutschland dabei und wird (Stichwort "Transferunion") mit dem hier erarbeiteten Geld andere "durchfüttern". Oder es führt die D-Mark wieder ein und wird dann von manch anderen EU-"Freunden" mit Sicherheit keine Freundlichkeiten zu hören bekommen. Fest steht, dass die Unfähigkeit und Ignoranz vieler Politiker ein riesiges finanzielles Loch geöffnet hat, in dem Deutschland versinken wird, wenn es nicht bald die Notbremse zieht. Europapolitik scheint bei vielen Politikern vor allem eines zu bedeuten: Deutschland bezahlt. Der Euro macht Europa jedenfalls nicht friedlicher, im Gegenteil: Die deutschen Bemühungen, die Währung stabil zu halten, führen dazu, dass man in Griechenland, Portugal und Italien wieder vom "bösen Deutschland" spricht, das an allem Schuld sei. Wenn der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, Putin anbietet, Russland solle den Euro einführen, um die Währung zu stabilisieren, dann ist klar, wie brüchig diese Währung inzwischen ist. Putin lehnte dankend ab. Marco Meng, Trier