FLUGZEUGABSTURZ

Zum Artikel "Eine neue Dimension des Grauens" und Kommentar "Immer neue Fragen" (TV vom 27. März):

Die Tragödie des Flugzeugabsturzes vom 24. März ist in der Tat unfassbar. Eine Welle der Trauer und des Mitgefühls, vom Bundespräsidenten bis zum normalen Bürger, von Aalen bis Zwickau, hat unser Land erfasst und hält es seither im Griff. Ich weiß nicht, wie hilfreich diese kollektive Anteilnahme für die Hinterbliebenen der Opfer sein kann, aber jeder Trost, den sie vielleicht spenden kann, ist wichtig und gut, sei er auch noch so klein. Es sei deshalb daran erinnert: Auch der Co-Pilot hat Hinterbliebene: Eltern, Geschwister, vielleicht eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner. Von ihnen ist wenig die Rede in diesen Tagen. Aber auch sie sind Hinterbliebene, die trauern und die das Unvorstellbare in ihr zukünftiges Leben zu integrieren haben werden, wie auch immer das gehen soll. Kurzum: Auch sie verdienen unser Mitgefühl. Vor diesem Hintergrund teile ich vollständig die Ansicht von Isabell Funk, die in ihrem Kommentar zu der Flugzeugtragödie von der Wut auf die Medien schreibt, die in dieser Zeit Gefahr laufen, Gefühle zu verletzen. Wörtlich fährt sie fort: "Der Trierische Volksfreund hat sich entschlossen, weder den vollen Namen des Co-Piloten zu nennen noch ein Porträt von ihm zu veröffentlichen ..." Das ist richtig und lobenswert, aber dann werden im Artikel in derselben Ausgabe doch der volle Name des Co-Piloten sowie sein Wohnort genannt. Der TV hält sich nicht an sein eigenes journalistisches Ethos, leider. Da hilft es auch nicht, dass dieser Artikel offenbar von dpa übernommen wurde. Von meiner Tageszeitung erwarte ich mehr journalistische Sorgfalt. Auch die Hinterbliebenen des Co-Piloten sind in dieser Tragödie Opfer, die geschützt werden müssen und die der Öffentlichkeit nicht preisgegeben werden dürfen. Gerhard Deussen, Wittlich