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Flußbach gehört nach Wittlich

Kommunalreform

Zur gewünschten Eingliederung von Flußbach nach Wittlich (der TV berichtete mehrfach) schrieb dieser Leser:

Als ehemalige Flußbacher, der jetzt in Wittlich wohnt, sage ich was Fakt ist: Wittlich würde Flußbach aufnehmen, aber der Verbandsbürgermeister von Traben-Trarbach, Marcus Heintel, gibt Flußbach nicht frei. Das Innenministerium findet ebenfalls Gründe zur Ablehnung.

Das Ergebnis der Gespräche, die zwischen den Vertretern des Innenministeriums, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, seinen Mitarbeitern aus der Verwaltung und dem Bürgermeister der Ortsgemeinde Flußbach und weiteren Gemeinderatsmitgliedern, war alles andere als ein Weihnachtsgeschenk.

Wenn hier aus der Sicht des Innenministeriums keine hinreichenden Gemeinwohlgründe zu einer Umgliederung der Ortsgemeinde Flußbach zur Stadt Wittlich vorliegen sollen, dann frage ich mich allen Ernstes, wo eine Demokratie endet und eine Diktatur beginnt. Die Bürger von Flußbach haben sich in der Bürgerbefragung mehrheitlich für die Eingliederung zur Stadt Wittlich entschieden, den die Vertreter des Gemeinderates ebenfalls durch einen Beschluss bestätigt haben.

Meines Erachtens grenzt ein solches Verhalten von Seiten des Innenministeriums und des Bürgermeisters der VG an eine gewisse Ignoranz, wenn nicht an eine direkte Missachtung des Bürgerwillens. Der Wechsel von Flußbach zu Wittlich würde keine nachhaltige Auswirkung auf die Besoldung des Bürgermeisters haben, und die fadenscheinigen Gründe des Innenministeriums hätten keinerlei Berechtigung. Die Blockierung dieses Wechsels erweckt den Eindruck eines „Geschmäckles“ von parteipolitischen Erwägungen.

Mit Egoismus und Ignoranz kann man in der Zukunft den Wünschen seiner Bürger, die man vertritt, auf Dauer nicht gerecht werden. So können aus ehrenwerten und umgänglichen Bürgern auch sogenannte „Wutbürger“ werden, die bei den kommenden Wahlen ihre „Quittung“ über ihren Wahlzettel kundtun.

Ich kann nur an Herrn Heintel appellieren: Man muss im Leben auch einmal loslassen können. Der Bürger erwartet, dass ihm eine Demokratie durch demokratisches Verhalten auch vorgelebt wird. In einer Demokratie stehen das Allgemeinwohl und der Bürgerwille immer über den persönlichen Interessen. Man arbeitet mit und für die Bürger, dazu ist man gewählt worden, und nicht gegen sie. Die wahre Größe eines Menschen spiegelt sich in seinem Verhalten wieder.

Es darf sich also niemand von unseren gewählten Vertretern über die Politikverdrossenheit wundern, wenn die Bürger und der Bürgerwille nicht mehr respektiert werden. Sie wird die Wähler weiter nach rechts treiben, so nach dem Motto: „Die AFD lässt grüßen“.