1. Meinung
  2. Leserbriefe

Leserbrief: Fortsetzung der Versöhnungsarbeit

Leserbrief : Fortsetzung der Versöhnungsarbeit

Geschichte

Zum Artikel „Aktives Erinnern mit Steinen und Lebensgeschichten“

in TV vom 9. November schreibt TV-Leser Wolfgang Frieske:

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen, da darin erwähnte Personen zu meinem Bekanntenkreis gehören beziehungsweise gehörten. Den gebürtigen Enkircher Karl Löb – in dem Artikel nur mit dem Familiennamen genannt – habe ich seit meiner Kindheit gut gekannt. Leider ist der Artikel an einigen Stellen sachlich falsch: Doris Deutsch, die Witwe von Karl Löb, ist keine Jüdin. Ihr Ehemann Karl hat seine Erinnerungen an seinen Aufenthalt im KZ und die Zeit danach nicht aufgeschrieben. Folglich kann Doris Deutsch auch nichts davon vorlesen. Richtig ist, dass Frau Deutsch sich trotz ihres hohen Alters auch heute noch in Schulen für die Fortsetzung der Versöhnungsarbeit ihres zweiten Ehemannes Alex Deutsch engagiert. Bis zu dessen Tod im Jahr 2011 unterstützte sie ihn maßgeblich in seiner selbst gestellten Aufgabe, jungen Menschen von seinem Schicksal als deutschem Juden während der Zeit des Nationalsozialismus glaubwürdig zu erzählen und dabei immer wieder zu Mitmenschlichkeit und Toleranz aufzurufen. Für die weiteren Ausführungen im Artikel wäre es im Hinblick auf die journalistische Sorgfaltspflicht sicherlich richtig gewesen, Thomas Hüttmanns einschlägiges Werk „... dass einmal dem Juden das Land auf diese Weise abgenommen wird ...“: Die jüdischen Einwohner von Enkirch vor und während der Zeit des Nationalsozialismus (ISBN 9783743139848) zu berücksichtigen.