Forum

Zwei Anmerkungen von Lesern zu den Berichten über das lokalpolitische Gezänk in Traben-Trarbach, insbesondere die jüngsten Artikel und Kommentare von Chefreporterin Katharina Hammermann über den Rechtsstreit der Stadt mit dem Tourismus-Manager Matthias Holzmann: Dieter Schlagkamp aus Senheim meint: Ja, Frau Hammermann, das muss unbedingt aufhören! Die Querelen in Traben-Trarbach stimmen all die früheren Bewunderer und auch Neider der Stadt traurig und fördern Unverständnis. Manche amüsieren sich sogar über die dortige Comedy-Show.

Die sachlichen Artikel im TV sind zwar seitenfüllend, aber langsam geht dem geneigten Leser der ganze politische Zirkus auf den Keks! Die Zerstückelung von Traben-Trarbach muss aufhören! Wir wollen wieder ohne Beklemmung die weihnachtliche Zeit mit Freude und positiven Überraschungen erleben und genießen. Wie bisher! Und meine Bitte an den TV: Ignorieren Sie doch einfach den Hick-Hack beider Parteien! Informieren Sie uns doch bitte nur dann, wenn "Vernunft" und "Zukunft" auf dem städtischen Entscheidungsprogramm stehen. Lieber Herr Schlagkamp, vielen Dank für die Zuschrift. Ich verstehe Ihre vorweihnachtliche Sehnsucht nach Harmonie. Und den Wunsch, es mal gut sein zu lassen mit immer neuen Enthüllungen über diese aberwitzige Affäre. Wann ist Schluss mit den Traben-Trarbacher Irrungen und Wirrungen, die uns seit bald einem Jahr beschäftigen? Das fragen wir uns auch in der Redaktion des Öfteren. Um prompt zu erleben, dass irgendwer noch eins draufsetzt. Und noch eins. Und noch eins. Mir fällt zu der bizarren Geschichte ein Wort des Schriftstellers Mark Twain ein, der über eine Reisegesellschaft auf Wüstentrip (oder: wüstem Trip?) spottete: Nachdem sie die Orientierung verloren hatten, beschleunigten sie das Tempo. Also Augen zu und durch? Nur das Positive aufschreiben, das Negative ausklammern? Einfach so tun, als wäre die Welt in Ordnung? Die Methode "Friede, Freude, Eierkuchen" funktioniert in Traben-Trarbach so wenig wie andernorts. Unser Job ist es, hinter die Fassaden zu schauen, in den Hinterzimmern der Macht zu recherchieren, die Teppiche zu lüften, um herauszufinden, ob unter dieselben etwas gekehrt worden ist, das da nicht hingehört - und darüber zu berichten. Das ist nicht immer vergnügungssteuerpflichtig, gewiss nicht. Aber notwendig. Denn Probleme lösen sich nicht in Wohlgefallen auf, indem man sie verdrängt. Fortsetzung folgt ... Rita Gedert aus Traben-Trarbach schreibt: Die Artikel von Frau Hammermann treffen die Situation in Traben-Trarbach punktgenau. Sie basieren auf den harten Fakten des Gerichtsurteils und sind objektiv gehalten. Das Gericht hat in seinem Urteil festgestellt, dass die Vorwürfe gegen Herrn Holzmann haltlos sind, die Kündigung unrechtmäßig war, der Personalrat unrichtig informiert wurde (das heißt: belogen wurde) und trotzdem - es wird wahrscheinlich stadt-/verwaltungsseits mit aller Härte weiter auf Herrn Holzmann (gerne auch Herrn Römer und sonstige) eingeschlagen, statt aufeinander zuzugehen, das Gespräch und eine Lösung zu suchen. Da die Artikel über das Gerichtsurteil nicht im Sinne unserer Stadt/Verwaltung waren, ist es wohl nur eine Frage der Zeit bis zu den nächsten Aktionen - eventuell neue Anschuldigungen, Diffamierungen oder eine Leserbrief-Flut der "Getreuen" oder vielleicht auch etwas Neues? Auf jeden Fall ist die Reaktion voraussehbar und bestimmt nicht im Sinne eines friedlichen Traben-Trarbachs. Liebe Frau Gedert, besten Dank für Ihren Beitrag. Durchaus möglich, dass die Unterstützer der zerstrittenen Kontrahenten versuchen, die Leserbriefspalten der Zeitung zu kapern. Die Meinung ist frei, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen völlig legitim. Kampagnen, egal aus welchem Lager sie stammen, veröffentlichen wir im Volksfreund jedoch nicht. Wenn sich mehrere Schreiber desselben Vokabulars bedienen, wenn identische Textbausteine auftauchen, wenn sich die Wortwahl wiederholt, riecht das nach Absprache - und bringt nicht die Meinungsvielfalt voran, sondern weckt den Verdacht der Manipulation und Propaganda, gesteuert womöglich von Politikern oder von Lobbyisten, die unverdächtige Autoren beauftragen, in ihrem Sinne zur Feder zu greifen. Alles schon mal dagewesen ... Meine herzliche Bitte: Bleiben Sie wachsam! Sagen Sie Ihre Meinung! Schicken Sie uns Leserbriefe! Aber lassen Sie sich nicht als Kampagnen-Reiter vor den Karren spannen! Beste Grüße! Peter Reinhart, stellvertretender Chefredakteur E-Mail: forum@volksfreund.deDie Kolumnen im Internet: http://forum.blog.volksfreund.de