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Meinung Der menschliche Makel Gerhild Scholzen-Wiedmann aus Trier schreibt zur Ausgabe vom 13. Juli: Es ist ja erfreulich, wenn man seinen Leserbrief in der Zeitung wiederfindet. Heute morgen allerdings fiel mir vor Schreck buchstäblich das Frühstück aus dem Gesicht: Da hatten Sie doch ohne Not aus meinem Felix einen Friedrich Mendelssohn-Bartholdy gemacht.

Das Gelächter der Trie rer Musikfreunde hallte mir bereits in den Ohren, als ich an meinen PC stürzte, um mich zu vergewissern. Gott sei Dank, meine Originalformulierung lautete F. Mendelssohn-Bartholdy. Um mir nun weitere Peinlichkeiten zu ersparen, bitte ich um unverzügliche Richtigstellung! P.S.: Bei dieser Gelegenheit können Sie sich schon mal etwas Nettes als Wiedergutmachung für diesen Lapsus einfallen lassen. Liebe Frau Scholzen-Wiedmann, uhh, einer dieser satanarchäolügenialkohöllischen Fähler. Ei verbibbsch, verflixt und zugenäht! Entschuldigung! Da haben die Dummerchen beim Volksfreund ja mal wieder ihre Unfähigkeit bewiesen. Hiermit sei ein für allemal klar- und richtiggestellt: F. heißt Felix, nicht Friedrich. Weiß doch jeder. Deshalb haben Sie ja auch F. Mendelssohn-Bartholdy geschrieben. Und F.M.-B., zweimal. Hätten Sie den Felix beim Namen genannt, wäre nix passiert. So ist aus dem F. der Friedrich geworden. Eine Freudsche Fehlleistung? Vielleicht. Möglicherweise aber auch die Folge eines Ablenkungsmanövers. Die Kollegin, die Ihre Mail erfasst hat, war darauf konzen triert, die typografischen Fähler in Ihrem Text zu beseitigen, die verhackten ? in " und " zu verwandeln und F.M.-B. zu benamsen. Der fingierte Friedrich hätte mir beim Bearbeiten des Leserbriefs auffallen müssen? Ja. Ärgerlich. Nicht gut genug aufgepasst. Arrrggghhh! Hätte beim Korrekturlesen ins Auge springen müssen? Ja. Grummel! Hätte beim letzten Check der druckfertigen Seite bemerkt werden müssen? Ja. Stöhn! Wir wollten das Beste, aber es kam wie immer. (Viktor Tschernomyrdin, ehemaliger russischer Premierminister) Über Fähler in der Zeitung und ganz allgemein im Leben haben wir an dieser Stelle schon des Öfteren philosophiert.* Was unternommen wird, um sie zu vermeiden, und warum sie trotz aller Vorkehrungen unvermeidlich sind. Ich fasse zusammen: Irren ist menschlich, ohne Fähler (in der Evolution!) würden wir noch immer als Ein zeller in der Ursuppe schwimmen und nicht ständig grübeln, was falsch und was richtig ist. Viele kamen allmählich zu der Überzeugung, einen großen Fehler gemacht zu haben, als sie von den Bäumen heruntergekommen waren. Und einige sagten, schon die Bäume seien ein Holzweg gewesen, die Ozeane hätte man niemals verlassen dürfen. (Douglas Adams, Schriftsteller, Per Anhalter durch die Galaxis) Es ist und bleibt der menschliche Makel, seit Anbeginn der Zeiten: Fähler über Fähler. Ohne Fähler hätte Christoph Kolumbus nicht Amerika entdeckt und Alexander Fleming nicht das Penicillin. Ohne Fähler keine Teflon-Pfanne, kein Herzschrittmacher, kein Potenzmittel Viagra. Ist alles nur erfunden worden, weil jemandem ein Fähler unterlaufen ist. Die Weltgeschichte ist voller Fähler. Ich habe so viel aus meinen Fehlern gelernt, dass ich darüber nachdenke, noch ein paar zu machen. (Moses Pelham, Rapper) Ein kluger Wahlspruch. Mich hat der Felix-Fauxpas an etwas erinnert: Ich bin urlaubsreif und verabschiede mich für vier Wochen. Das Weg ist das Ziel. Uhh, Fähler. Nö, Wortspiel! Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit und melde mich demnächst wieder - mit neuen Fählern. Herzliche Grüße! Peter Reinhart, stellvertretender Chefredakteur E-Mail: forum@volksfreund.de* nachzulesen im Internet unter der Adresse http://forum. blog.volksfreund.de: Getretner Quark; Manche mögen\'s heiß; Der ewige Mahlstrom; Die Wüste der Erkenntnis; Die Sprache gehört dem Volk; Vom Ruck zum Rutsch; Die Zahnpasta der Ayatollahs; Lechts und rinks; Kunstdünger und Fistelstimmchen; Der Er-bonkel aus Pie-sport; Wie es euch gefällt.