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leserbriefe
Frieden und Freiheit, damals wie heute

Zur Berichterstattung über Europa schreibt Heinrich Ewen:

„An Europas bald-ger Einheit...!“ Vor rund 170 Jahren und früher zählte man um die vierzig deutsche Länder: Königreiche, Großherzogtümer, Herzogtümer, Fürstentümer und Freie und Hansestädte.

Alle diese Länder waren besiedelt von Deutschen. („Viele Nationalitäten, wo alle Europäer stehn!“)

Man sehnte sich nach Einheit aller Deutschen. Doch gab es auch damals Skeptiker, ob eine Einigung gelingen könnte.

Bereits 1832 auf dem Hambacher Fest forderten die Redner die Einigung Deutschlands, das in viele Territorien zersplittert war. Dieses Ziel der Einigung verfolgten viele Menschen damals. Einer der Redner auf dem Hambacher Schloss, der damals bekannte Jurist und Journalist Philipp Jakob Siebenpfeiffer, prophezeite „ein wirtschaftlich geeintes Europa“. Und dies vor beinahe 200 Jahren! Ob er wohl recht behalten hat?

Haben wir zurzeit nicht ähnliche Verhältnisse in Europa? 28 – beziehungsweise nach dem bevorstehenden Brexit ohne England noch 27 Länder –  die eigentlich als ein Europa zusammenhalten und zusammenarbeiten sollen?

Der Deutsche Kaiser Wilhelm I. ließ 1871 in seiner Proklamation unter anderem folgende Ziele seiner Regentschaft verkünden: Wahrung des Friedens – Nation in segensreiche Zukunft führen – Wohlfahrt und Freiheit des deutschen Volkes.

Dies könnte entsprechend auch für ein geeintes Europa gelten.

Heinrich Ewen, Wittlich