Für alle bezahlbar

Zum Leserbrief "Wieder auf den Boden Realität zurückkehren" (TV vom 4. September) erhielten wir diese Zuschrift:

Ich kann Frau Giebel nur beglückwünschen, dass sie keine Geldsorgen hat. Ich freue mich auch für die Kinder, die Markenkleidung und Computerspiele besitzen, in Urlaub fahren können und Geld haben, um sich die Haare zu färben. Aber leider haben wir Familien - und da führt kein Weg vorbei -, die sich das alles nicht leisten können. Für diese Familien heißt es, in der 5. Klasse Orientierungsstufe Realschule 280 Euro Schulbücher sowie zirka 100 Euro für Zubehör wie Turnschuhe, Hefte, Malkasten, Stifte und so weiter. Also 380 Euro pro Kind (1983 waren es etwa 760 Mark), wenn man die Einkommensgrenze als Verheirateter mit 26 500 Euro überschreitet. Wenn das Kind dann noch mit dem Bus zur Schule fahren muss und in der Ganztagsschule, wo es Mittagessen gibt, isst, kommen nochmals rund 65 Euro auf die Eltern zu. Fast hätte ich es vergessen: zwei Euro Kopiergeld, fünf Euro Klassenkasse, und da wäre noch die Schulfahrt mit monatlich zehn Euro Ansparung - wenn das mal reicht. Ich habe bis heute für meine drei Kinder keine Lernmittelfreiheit bekommen, aber ich werde in unserem nicht armen Bundesland für eine Lernmittelfreiheit mobil machen. Andere Bundesländer erheben Büchergeld zwischen 20 bis 70 Euro. Dort sollte auch unser Weg hinführen.Pisa liegt nicht in Finnland und auch nicht in Italien, Pisa liegt vor und in unseren eigenen Schulen, aber leider immer noch nicht in den Köpfen unserer gewählten Mandatsträger. Bildung muss für alle, aber wirklich alle bezahlbar bleiben, egal aus welcher sozialen Schicht die Kinder auch kommen.Kurt Rodermann, Messerich,Schulelternsprecher Otto-Hahn-Realschule Bitburg und Mitglied im Regional-Elternbeirat SCHULE