Theater: Für Laiendarsteller sehr frustrierend

Theater : Für Laiendarsteller sehr frustrierend

Zum Artikel „Glückliche Zuschauer, glänzende Zahlen“ (TV vom 29./30. Juni) schreibt Hildegard Worst:

Herzlichen Glückwunsch an Intendant Manfred Langner. Er hat es geschafft. Endlich ist das Theater Trier mit mundgerechter Kost durch ihn auf dem besten Wege, für das  Publikum wieder genießbar zu sein. Ich gönne es ihm und den Künstlern von Herzen.

Nur: Da gab es und gibt es auch ein Bürgertheater. Wie, das wussten Sie nicht? Ach ja, können Sie ja auch nicht wissen, weil Herr Langner es, außer bei seinem Antrittsbesuch, nie erwähnt hat. Wo war er als Intendant, als das Bürgertheater unter der Leitung von Marc-Bernhard Gleißner seine Produktionen aufführte?

In der Theaterinformation zur Spielzeit 2018/19 wurde in der Rubrik „Herzlich willkommen in Ihrem Theater“ vorgeschlagen, dass man Mut beweisen und sich selbst einmal ins Rampenlicht stellen könnte. Das versucht bereits seit 2009 eine Seniorengruppe mit dem Namen „60+“, die seit drei Jahren „Szenenwechsel“ heißt. Mit der Sparte 01,  Leitung Marc-Bernhard Gleißner, wurde das Bürgertheater aller Altersgruppen (Jugendklub, Besorgte Bürger et cetera) zusätzlich ins Leben gerufen. Deswegen befremdete es mich, als Herr Langner seinerzeit behauptete (TV vom 7. September 2018), dass das Theater noch keine Marx-Aufführung auf die Bühne gebracht hätte. Hier ignorierte er das Stück „Marx Gespenster“, das zwar nicht auf der großen Bühne, aber auf der Studiobühne dreimal präsentiert wurde. Auch im Artikel „Gänsehaut und Goldflitter“ (TV vom 10. September  2018) wurde mit keiner Silbe erwähnt, dass Künstler des Bürgertheaters beim Theaterfest Darbietungen gebracht hatten (Auszüge aus „Marx Ge­spenster“ und „Wahrsagerinnen“), während die beruflich  engagierten Künstler sowie Kinder- und Jugendchor einschließlich der Aufführungsorte vorgestellt wurden.

Dies alles ist sehr frustrierend für uns Laiendarsteller, die sich unter dem sehr engagierten Leiter des Bürgertheaters Gleißner mit Herzblut und ohne Gage darum bemühten, das „Theater zu den Menschen“ zu bringen, so in der vierten Trierer Horrornacht, im „Grand Guignol“ und in den Aufführungen des Klubs „Szenenwechsel“ über Menschenrechte „Human Rights Now“. Diese Theaterklubs bewiesen also zum wiederholten Male Mut, sich auf der Bühne zu präsentieren.

Keine unserer Aufführungen hat Herr Langner besucht. Er hat sich bezüglich des Bürgertheaters nicht mit Ruhm bekleckert.

Mit dem Abgang von Marc-Bernhard Gleißner ist ein Teil der Ära des Bürgertheaters leider vorbei. Das Theater ist dadurch ein Stück ärmer geworden und alle Künstler des Bürgertheaters  traurig. Abschließend sei noch gesagt, dass auch der TV nie über das Bürgertheater 2018/19 berichtet hat.

Hildegard Worst, Trier, seit 2009 Mitglied der Klubs „60+“ und „Szenenwechsel“