Fussball

Zum Thema "Singpflicht für Nationalspieler":

Dass ein Teil unserer Nationalspieler die deutsche Hymne nicht mitsingt, hat wohl kaum messbaren Einfluss auf das Ergebnis des Spiels. Aber es ist eine schlechte Außendarstellung der Mannschaft, die bereits vor dem Spiel kein gutes Bild bei sehr vielen der eigenen Fans in ganz Deutschland und den Zuschauern aus aller Welt hinterlässt. Sicher gibt es auch in den Reihen der Mannschaft einige, die nicht einverstanden sind damit, sie sagen "um des lieben Friedens willen" aber nichts. Wenn man gesehen hat, mit welcher Inbrunst und Hingabe manch andere Mannschaft ihre Hymne gesungen hat, beispielsweise die Italiener, muss einem das in gewisser Hinsicht schon zu denken geben, ohne dabei politische oder ideologische Hintergründe heraufzubeschwören, was leider des Öfteren geschieht. Es ist in meinen Augen kein gravierender Eingriff in die persönlichen Rechte eines Spielers, wenn man ihm ein gewisses Maß an Ehre und Loyalität abverlangt, die er neben seinem Einsatz auf dem Spielfeld auch durch das Singen der Hymne zum Ausdruck bringen kann. Denn es ist auch heute oder sollte zumindest noch eine Ehre und ein Privileg sein, im Trikot der deutschen Nationalmannschaft aufzulaufen. Millionen von Kindern, Jugendlichen und Amateurfußballern träumen nur davon, mit dem Wissen, niemals dieses Ziel zu erreichen. Sie würden sehr vieles mehr in Kauf nehmen, als die Hymne zu singen, um diesen Traum auch nur annähernd zu erfüllen. Eben weil die Nationalspieler eine Vorbildfunktion für diese enorme Schar an Fans und Aktiven, eigentlich für die gesamte Gesellschaft haben, sollte es in ihrem eigenen Interesse sein, sich entsprechend als wirkliche Mannschaft nach außen hin darzustellen. Gerade die Spieler mit Migrations-Hintergrund sollten da eigentlich vorangehen, tun es aber, aus welchen Gründen auch immer, leider nicht. Deswegen muss eine Grundsatzentscheidung her, dabei muss kein großer Wind oder gar ein politisches Sturmfeuer entfacht werden, das lässt sich oft intern sehr schnell regeln. Hermann Warscheid, Bettenfeld