Fussball

Zum Artikel "Am Sicherheitskonzept der DFL scheiden sich die Geister" (TV vom 12. Dezember):

Die übergroße Mehrheit der Fußballfans ist friedlich. Sie wird nicht mitbestraft, sondern von Chaoten hineingezogen in ein Sicherheitskonzept, das ohne diese nicht notwendig wäre. Welche Fankultur wird zerstört und welcher Spaß am Fußball genommen? Ich kann mich erinnern an Zeiten, da war Polizei bei Fußballspielen nur zur Verkehrsregelung erforderlich. Schon damals hat Fußball die Massen begeistert, und es herrschte Stimmung im Stadion. Gewalt, Hass Überfälle, Bengalos haben mit Fankultur sicher nichts zu tun. Die Fanszene beschwert sich, dass ein Konzept verabschiedet wird, ohne dass mit ihnen gesprochen wurde. Fanprojekte bestehen schon seit Jahren in vielen Vereinen. Mitsprache wäre kein Problem gewesen, hätte man es gewollt. Die Gewalt fand jedoch kein Ende, im Gegenteil, sie nimmt stetig zu. Deshalb, namenloser Fan, wenn du glaubst, die Probleme ließen sich besser im Dialog vor Ort lösen, warum habt ihr sie nicht längst angegangen, warum hat die Gewalt stetig zugenommen? Im nächsten Satz machst du selbst deutlich, dass dieser Dialog scheitern wird: Wer stellt sich schon gegen einen 120-Kilo-Mann? Wenn man sich denn überhaupt dagegen stellen will. Aber das muss man gar nicht, es würde schon ausreichen, der Polizei bei der Aufklärung mitzuhelfen, damit solchen Fans das Handwerk gelegt wird. Es gibt jedoch genügend Fans, die Bengalos für die Chaoten ins Stadion schleusen, ihnen mit Fahnen oder durch ihre Körper Deckung geben, um sie vor Entdeckung zu schützen. Man darf Zweifel haben, ob die Fan-Szene überhaupt ein Interesse daran hat, die Gewalt in und ums Stadion einzudämmen. Ach ja, nicht die Fans sind das Problem, sondern die "gepanzert" auftretende Polizei provoziert zur Gewalt. Gestürmt wurden die Fußballplätze allerdings, als diese "gepanzerten" Polizisten nicht im Stadion waren. Sie standen auch nicht auf den Rastplätzen, als diese von "Fans" überfallen, geplündert und verwüstet wurden. Die überwiegende Zahl der Fußballfans sieht in der Polizei jedenfalls keine Provokation, im Gegenteil. Sie sind froh, die Polizei zu sehen, damit sie ein möglichst sicheres Fußballspiel erleben. Im Interesse dieser echten Fans ist es Zeit, endlich zu handeln, da verhandeln versagt hat. Ein Satz noch zur "Volksfestdebatte". Der Karneval hat auf die letztjährigen Auswüchse prompt reagiert und Konsequenzen gezogen. Wolfgang Faber, Zeltingen-Rachtig