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Zum Streit zwischen Bundestrainer Löw und Ex-Kapitän Ballack:

Meinung

So salopp, so respektlos
Ist das ein Jammer! Jetzt muss DFB-Präsident Theo Zwanziger trösten, vermitteln und zum "Gipfel" einladen. Dabei hat er genug Sorgen, denn Fifa-Präsident Blatter hat auf dem Promi-Gestühl des Frankfurter Stadions Sitzprobleme und muss einen galanten Sattel bekommen. Neben Pfiffen gibt es am Main die "La Ola" mit dem Anspruch, dass alle sich einbringen. "Da geht die Rede von einem Lifter, damit der hochrangige Besuch auch hochkommt!" Ballack hat nach wie vor viele Ballkontakte, eine beachtliche Einschaltquote. Allerdings gehen die Bälle nach links, rechts, nach hinten, vielleicht halbquer, nicht aber steil oder forsch diagonal. Ich vermisse seine getimten Kopfbälle, seine strammen Flachschüsse, seine Ideen am ruhenden Ball. "Seine Antizipation!", würde Netzer sagen und Beckenbauer würde ergänzen: "Er ist berechenbar geworden." Und dennoch! Kann der Bundestrainer so salopp, so respektlos einen Kapitän aussortieren? Hat Löw denn wirklich kein Format, kein Profil, hat er keine Ahnung von zwischenmenschlichen Erfordernissen? Eine solche Nahtstelle "Laufbahn-Ende" bedarf anderer Qualität, ist für Ballack ein gravierender Punkt. Es fehlen ihm zwei Einsätze, und die signifikante 100 wäre erreicht. Ich muss fragen: Wer hat hier die Führungs- und Handlungsverantwortung? Doch wohl nicht der persönliche Berater von Ballack? Löw kann nicht freigesprochen werden, er ist Anwalt der Nationalspieler, er hätte die Kompetenz zu regeln und zu adeln. Eine solche Pflichtaufgabe ist nicht delegierbar auf Außenstehende. Aber nein, der feine Herr pflegt den Zwirn von Schal und Pulli, motzt auch noch und hebt trotzig das Haupt. Und Ballack - in braver Parallelschaltung - tut das Gleiche. Sagt doch jemand frischweg: Löw hat Neid auf Neid! Ach ja, Silvia Neid, die Trainerin des Frauenfußball-Nationalteams, steht derzeit im Fokus der Öffentlichkeit - mit ganz anderen Vorzeichen. Nix Löw! Warten wir ab, wie Silvia Neid mit "ihrem Ballack", gemeint ist Birgit Prinz, umzugehen gedenkt. Eine Lehrstunde beim jeweiligen Amtskollegen brauchen weder Neid noch Prinz. Fein- und Taktgefühl sind in diesem bald anstehenden Fall nicht nur rudimentär vorhanden! Albert Borrelbach, Koxhausen

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