Fußball

Zum Interview mit Herbert Fandel über die Schiedsrichter bei der WM (TV vom 15. Juli):

Dass die deutsche Mannschaft den Titel geholt hat, freut die ganze Nation. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die sich von Spiel zu Spiel festigte. Deutschland ist ein würdiger Weltmeister. Herbert Fandel muss man in puncto Schiedsrichterqualitäten recht geben. Das Niveau der Spielleiter war nicht dem der Spieler und Mannschaften gleich. Teilweise waren klare Defizite erkennbar, die wohl dem schnellen und athletischen Spiel geschuldet waren. Die Auswirkungen hätten noch gravierender sein können. Zu einer WM sollten die Spielleiter nach Leistungsstärke und nicht nach Proporz eingeladen werden. Um dies in Zukunft zu ändern, müssen weltweit alle Verbände, die Interesse an fairen Spielen und guten Schiedsrichtern haben, die Alleingänge des Herrn Blatter in der Fifa unterbinden und Mehrheiten für das Thema "die leistungsstärksten Schiedsrichter zur WM" gewinnen. Man stelle sich vor, das Endspiel wäre nicht durch eine technische Glanzleistung von Mario Götze, sondern durch eine Fehlentscheidung der Spielleitung entschieden worden, wobei man sich bei Nicola Rizzoli nicht immer sicher war. Die dann weltweit geführte negative Diskussion wäre dem ganzen Fußballsport abträglich gewesen. DFB-Präsident Niersbach und alle Verantwortlichen im deutschen Fußball müssen ihren Einfluss, auch als Weltmeister, bei der Fifa geltend machen. Aus deutscher Sicht gab es eine zweite Gruppe von Verlierern. Es waren die Kommentatoren von ARD und ZDF, die das Spielgeschehen über 90 oder 120 Minuten kommentierten. In erschreckendem Maße haben sie zu vielen Aktionen ihre persönliche und teilweise nicht nachvollziehbare Meinung kundgetan. Es war bisweilen eine Zumutung! Ein guter Kommentator sollte das aktuelle Geschehen auch mit Emotionen und teilweise Hintergrundwissen begleiten und nicht als Oberlehrer auftreten. Vielleicht sollten ARD und ZDF dazu einmal die Zuschauer befragen. Konrad Theis, Trier